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Hypertrophie der Viol´schen Drüse
Hypertrophie der Viol´schen Drüse

Die Viol´sche Drüse ist eine Markierungsdrüse. Sie sitzt ca. über dem 10. Schwanzwirbel und kommt bei Hunden nur in rudimentärer Form (das heißt zurückgebildet) vor. Beim Wolf und beim Fuchs ist sie komplett erhalten und aktiv. Diese Markierungsdrüse ist stark von den Hormonen abhängig. Aufgrund der engen Populationsdichte unserer Hunde kommt es immer häufiger zu Erkrankungen aufgrund von Hormonstaus. Die bekanntesten sind Gesäugetumore, Gebärmutterentzündungen, Hodentumore oder Prostataprobleme. Auch die Hypertrophie (Vergrößerung) der Viol´schen Drüse ist eine Nebenwirkung der Hormone, natürlich bei weitem nicht so gefährlich wie die oben angeführten Erkrankungen. Meist sind männliche Hunde betroffen, weibliche eher selten und eine Hyperplasie bei Hündinnen ist meist ein Hinweis auf hormonproduzierende Zysten an den Eierstöcken. Ist die Drüse ein mal erkrankt, kann man sie entfernen. Das ist technisch sehr aufwendig aufgrund ihrer anatomischen Lage, meist hat man nicht genug Haut am Schwanz um die Wunde sauber zu vernähen. Auf jeden Fall sollte der Patient kastriert werden um die Ursache auszuschalten, ansonsten kommt auch eine operierte Drüse wieder zurück. Meist reicht sogar eine Kastration aus, die hypertrophe Drüse entwickelt sich zurück und verschwindet.

Hintergrund Kastration

Die Hormonsituation unter heutigen Bedingungen hat sich von der Natur sehr weit entfernt. Sprich, die Domestizierung des Hundes eilt der Phylogenese weit voraus. Hormontechnisch bewegt sich der Hund noch immer auf ca. derselben Entwicklungsstufe wie der Wolf. Das heißt, der Körper ist darauf eingestellt zwei mal im Jahr den Sexualhormonen ausgesetzt zu sein. Im Rudel funktioniert das so: die Wölfinnen werden alle zeitgleich läufig, das wird über sogennante Pheromone (Geruchshormone) gesteuert. Nur die Alpha-Wölfin wird gedeckt bzw. trägt ihre Jungen aus. Alle anderen Wölfinnen werden scheinträchtig, damit sie in der Säugephase der Alpha-Wölfin auch Milch geben, damit die Welpen des Rudels bestmöglich versorgt sind. Unter den heutigen Haltungsbedingungen, vor allem bei der vorhandenen Populationsdichte der Hunde, sind unsere Schützlinge mit derarte vielen Pheromonen konfrontiert, dass dieser Zyklus stark ins Wanken gerät. Im Prinzip ist laufend irgendwo eine Hündin heiß. Die Rüden nehmen das in Entfernungen bis zu 10 km wahr! Das führt dazu, dass die nicht läufigen Hündinnen versuchen sich „gleichzuschalten“, obwohl sie noch gar nicht (wieder) so weit sind und dir Rüden das ganze Jahr über, anstatt 2 kurze Perioden im Jahr, das Bedürfnis haben sich fortzupflanzen. Dieser Hormondruck führt zu den allgemein bekannten Krankheiten durch Hormone wie Gesäugetumore und Pyometra bei der Hündin, sowie Prostata- und Hodentumore beim Rüden.

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