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Feline infektiöse Peritonitis

Feline infektiöse Peritonitis

Was ist FIP?

FIP heißt übersetzt feline (für Katzen) infektiöse (ansteckende) Peritonitis (Bauchfellentzündung). Diese Krankheit wird ausgelöst durch sogenannte Coronaviren. Ein anderer Stamm der Coronaviren löst z.B. auch SARS (Lungenseuche) beim Menschen aus. Das Virus der Katze kommt in 2 Varianten vor. Die erste Variante parasitiert im Darm und löst dort Entzündungen aus. Diese ist relativ harmlos. Die zweite Variante ist die gefährlichere, aus der auch FIP entsteht. Dieses Virus befällt hauptsächlich die sogenannten serösen Häute, hauptsächlich Bauchfell und Lungenfell, verändert dort die Erbsubstanz der Zellen und befiehlt diesen Zellen eine Flüssigkeit zu produzieren und diese in den Hohlraum (Bauch, Brustkorb) abzugeben. Die inneren Organe, hauptsächlich Leber aber auch die Nieren, Milz, Herz, Gehirn, Augen, zeigen starke Entzündungserscheinungen. Das fatale an diesen Viren ist, dass sich aus der ersten Form (Darmform) durch Spontanmutation die zweite (FIP-Form) entwickeln kann. Inzwischen geht man davon aus, dass sich Katzen ausschließlich mit der Darmform infizieren. Das Virus ist in der Außenwelt nicht sehr überlebensfähig. Z.B. reicht 20 Minuten Bestrahlung mit Sonnenlicht aus, das Virus abzutöten. Neuerdings wird diskutiert, dass auch der Mensch Überträger sein kann. Es gibt offensichtlich Menschen, die Träger des felinen Coronavirus sind ohne zu erkranken.

Was sagen die Tests?

Es gibt zwei Möglichkeiten eine Infektion mit Coronaviren zu belegen. Einerseits kann man das Virus selbst im Kot, im Blut oder in der Flüssigkeit aus dem Bauch- bzw. Thorax nachweisen, andererseits gibt es einen Nachweis für Antikörper gegen Coronaviren. Beim Direktnachweis des Virus (PCR) kann man definitiv sagen, dass das Virus im Kot, Blut bzw. Bauchwasser vorhanden ist. 2.)Im Falle des Nachweises der Antikörper lautet die korrekte Aussage: das Tier hat oder hatte Kontakt mit Coronaviren. In beiden Fällen ist es allerdings so, dass man nicht sagen kann welche Form des Virus (Darm oder Fip) vorliegt. Das heißt die Interpretation der Tests ist stark abhängig von der klinischen Untersuchung und eventuellen weiteren Tests (Alb/Glob-Verhältnis, Leberwerte, Eisessigprobe, Proteinelektrophporese). Das bedeutet, dass das Tier nicht unbedingt erkranken muss. Und: ein negativer Test ist nicht beweisend für das Nichtvorliegen einer Infektion.

Mit dem Direktnachweis der Viren im Kot untersucht man, ob eine Katze ein sogenannter Ausscheider ist, also infektiös für andere Katzen. So kann man nicht nur die anderen Katzen schützen, sondern eventuell auch noch rechtzeitig einschreiten und durch geeignete Maßnahmen (s. Therapie) die Vermehrung der Darmviren aufhalten.

Was ist bei der Impfung zu beachten?

Es gibt einen Impfstoff, der abgetötete Viren der Darmform enthält. Er wird in die Nase appliziert, weil hier die erste Virusvermehrung stattfindet. Dort wird eine lokale Immunität aufgebaut aufgrund der es später zu Antikörperbildung im Blut kommt. Der Impfschutz beträgt leider nur 60%. Allerdings denke ich 60% ist besser als 0%. Vorher sollte auf jeden Fall ein Antikörpertest gemacht werden. Früher nahm man an, dass auch durch die Impfung FIP ausgelöst werden könne. Dies war eine These, die nie belegt werden konnte. Deswegen gilt der Impfstoff heutzutage als absolut sicher.

Kann man FIP behandeln?

Thoraxerguss aufgrund von FIP

FIP gehört laut der Schulmedizin zu den unheilbaren Krankheiten. Das heißt es gibt kein Medikament, was in der Lage ist das Virus zu töten oder in seiner Wirkung zu beeinträchtigen. Es wurden schon die verschiedensten Dinge ausprobiert. Eine Therapie mit hochdosierten Kortisonen kann den Verlauf der Krankheit manchmal hinaus zögern. Allerdings nicht sehr lange – maximal ein halbes Jahr. Therapieversuche mit felinem Interferon waren nicht erfolgreich. Wie bei allen Viruserkrankungen gibt es nur eine Möglichkeit zur Heilung: der Körper muss das Virus eliminieren. Das passiert ganz selten sogar von ganz alleine (sogenannte Spontanheilungen). Wir können den Körper dabei unterstützen. Wichtig dabei ist, dass das Immunsystem unterstützt und gestärkt wird. Hier gibt es verschiedene Ansätze. Neue hoffnungsvolle Ergebnisse liefert die sogenannte photodynamische Therapie. Hier wird ein Medikament per Laserbestrahlung angeregt ein Sauerstoffradikal zu bilden, dass Viren abtöten kann.

Die Darmform ist relativ gut und einfach zu behandeln. Die Ernährung sollte auf ausschließlich hochverdauliches Trockenfutter umgestellt werden, um die Darmflora möglichst günstig zu beeinflussen und damit das Immunsystem zu stärken. Zudem können darmflorastabilisierende Substanzen gegeben werden, z.B. Intestinum liquid. Schließlich fügt man dem Futter noch ein Pulver bei: L-Lysin ist eine Aminosäure, die bei der Vermehrung der Viren in deren Hülle eingebaut wird und sie damit löchrig macht, so dass die Viren nicht überlebensfähig sind.

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