Chinaseuche (RHD)

Eine bekannte Krankheit der Kaninchen hält nach längerer Zeit wieder vermehrt Einzug in unserem Gebiet. Die Chinaseuche wird auch RHD (Rabbit Haemorrhagic Disease) genannt. Der neue Stamm (RHD2) führt meist sehr schnell zum Tod.

Symtpome

Ein für RHD typisches Röntgenbild

Ein für RHD typisches Röntgenbild

Die klinischen Erscheinungen sind sehr vielfältig. Das Dramatische ist eigentlich, dass die Infektion meist innerhalb von 12-48 Stunden zum Tod führt. Neben Blutungen in Haut und Schleimhäuten können Magendarmsymptome, Atemnot aber auch unspezifische Hinweise auf eine Infektion hindeuten. Die neue Variante zeichnet sich dadurch aus, dass die Kaninchen innerhalb von ein paar Stunden aufhören zu fressen und dann, teilweise auch ohne weitere Symptome, sterben. Typischer Verlauf (Beistzerberichte): „heute morgen war er komisch, heute mittag hat er aufgehört zu fressen…“ -oftmals kann man dann einen schmerzhaften Bauch und evtl. eine rauhe Lunge diagnostizieren, teilweise haben die Patienten noch nicht mals Fieber.

Übertragung

Da das Virus mit allen Körpersekreten ausgeschieden wird, ist jede Übertragung denkbar. Direkte Übertragung von Tier zu Tier, Schmierinfektionen, Kaninchenkot, der sehr leicht ist und überall hingeweht werden kann, teilweise sogar in den zweiten Stock auf den Balkon und auch Stechmücken sind mögliche Übertragungswege.

Behandlung

Bisher steht uns keine Behandlung zur Verfügung. Wir können lediglich versuchen die Begleitsymptome zu lindern. Meist stehen wir auf verlorenem Posten, da selbst trotz Behandlung 99% der Patienten versterben. Allerdings kann man RHD nicht diagnostisch nachweisen, am Anfang steht immer die Verdachtsdiagnose. Da die Symptome auch auf harmlose Krankheiten hindeuten, sollte auf jeden Fall ein Behandlungsversuch gestaretet werden.

Impfung

1. der bekannte Impfstoff gegen Cunivak RHD wird anstatt ein mal jährlich alle sechs Monate geimpft. Dadurch kann zwar eine Infektion nicht immer verhindert werden, aber die Mortalität also Sterblichkeit, sinkt deutlich. Nach der Erstimpfung muss eine Boosterung nach 3-4 Wochen erfolgen.
2. Impfung mit dem neuen Impfstoff Filavac ein mal jährlich. Dieser Impfstoff ist ausreichend getestet, hat aber seine Wirksamkeit im Feld, also außerhalb von standardisierten Testgruppen, noch nicht erwiesen.

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Impfkonzepte für die Katze

Katzenkomplettimpfung

Katzenkomplettimpfung

Ganz und gar nicht für Katz´ sind die Impfungen. Sicherlich muss man bei Impfungen prinzipiell das Für und Wider deutlich abwägen. Es ist immer eine Frage des Risikos, das man eingeht. Impfreaktionen, sogenannte Vakzinosen, können unter Umständen schwere Krankheiten nach sich ziehen. Das äußert sich in unterschiedlichster Problematik. Allerdings werden die modernen Impfstoffe ständig verbessert und Vakzinosen werden immer seltener. Das liegt vor allem daran, dass gerade bei Katzen Imfpstoffe ohne Adjuvantien verwendet werden, ein großer Fortschritt. Natürlich muss man im Einzelfall entscheiden, ob man einen Patient impft oder nicht. Es gibt Gründe, die dagegen sprechen können. Und vor allem muss vor einer Impfung die Impffähigkeit festgestellt werden, das heißt der Patient muss gewissenhaft klinisch auf mögliche Anzeichen einer Krankheit untersucht werden. Wenn wir einen gesunden Patienten vor uns haben, spricht nichts gegen eine Impfung, vor allem, weil die Krankheiten, die wir impfen, letztendlich alle tödlich sind.

Bei Katzen unterscheiden wir bei Impfungen prinzipiell zwischen Freigängern und Wohnungskatzen. Für Wohnungskatzen ist es wichtig gegen Katzenschnupfen und -seuche geimpft zu sein, weil jedermann diese Viren an der Kleidung mit „einschleppen“ kann. Wenn Ihnen also draußen eine, evtl. auch gesund aussehenden Katze, an den Beinen vorbeistreicht, können hier Viren hängen bleiben, und sie können ihren Stubentiger zu Hause anstecken.

Impfung Katzenschnupfen

Calici- und Rhinotracheitis-Viren. Erstimpfung ab 8 Wochen, Wiederholung nach 3-4 Wochen, dann immer 1 x jährlich.

Impfung Katzenseuche

Parvoviren. Erstimpfung ab 8 Wochen, Wiederholung nach 3-4 Wochen, nach 1 Jahr, dann alle 2 Jahre

 

Bindehautentzündung durch Infektion mit Erregern des Katzenschnupfens

Bindehautentzündung durch Infektion mit Erregern des Katzenschnupfens

Eine Sonderstellung nimmt die Impfung gegen Tollwut ein. Der Sinn einer Tollwut-Impfung liegt meist nicht im Schutz des Tieres selbst, die letzte Tollwutinfektion eines Haustiers ist mehr als 60 Jahre her, sondern im Schutz des Menschen und seiner tierischen Begleiter. Aus rechtlicher Sicht ist es sinnvoll auch Wohnungskatzen gegen Tollwut zu impfen. Es gibt ein Gesetz, nachdem das Veterinäramt befähigt ist bei einem Ausbruch von Tollwut, zu veranlassen, alle verdächtigen Tiere einschläfern zu lassen. Ein Tier mit einer Bissverletzung ist evtl. schon tollwutverdächtig. Dieses Gesetz ist bisher noch nie zur Anwendung gekommen, aber im Zweifel ist man mit einem Impfnachweis auf der sicheren Seite. Ein anderer Fall bringt mich auch dazu diese Impfung zu empfehlen: eine Katze biss ein Kind, das zu Besuch bei der Tochter war. Die Wunde entzündete sich, das Kind musste ins Krankenhaus. Weil kein Tollwutschutz nachweisbar war, wurden bei dem Kind etliche Tests und Untersuchungen durchgeführt und zunächst dem Besitzer der Katze in Rechnung gestellt. Letztendlich musste dieser nicht bezahlen, durfte aber unzählige Male vor Gericht erscheinen. Die modernen Impfstoffe für Katzen enthalten auch bei der Tollwut keine Adjuvantien.

Impfung Tollwut

Rhabdoviren. Erstimpfung ab 12 Wochen, Wiederholung nach 1 Jahr, dann alle 3 Jahre.

 

Für Freigänger gibt 2 weitere Krankheiten, die empfehlenswert sind zu impfen. Die Leukose und die sogenannte FIP (feline infektiöse Peritonitis). Beide Krankheiten werden direkt, also von Katze zu Katze, übertragen. Beide Impfstoffe müssen vor der Erstimpfung getestet werden, weil der Impfstoffhersteller die Impfstoffe nicht an infizierten Tieren getestet hat. Es handelt sich um einen Bluttest, den wir vorrätig haben und der ca. 30 Minuten dauert.

typisches Blutbild für Leukose

typisches Blutbild für Leukose

Die Leukose-Impfung war jahrelang im Verruf Fibrosarkome zu verursachen. Inzwischen sind die Impfstoffe so fortschrittlich, dass kein direkter Zusammenhang zwischen Impfung und Entstehung des Tumors sicher belegt werden kann. Vor allem kommt es meiner Ansicht nach auf die Impftechnik an, der Impfstoff muss streng subkutan injiziert werden. Gelangt nur ein Teil in die Haut oder in einen Muskel treten oft lokale Reaktionen auf.

Leukose-Impfung

felines Leukose-Virus. Erstimpfung ab 8 Wochen, Wiederholung nach 3-4 Wochen, dann 1 x jährlich.

 

Thoraxerguss aufgrund von FIP

Thoraxerguss aufgrund von FIP

Die feline infektiöse Peritonitis (FIP) ist eine sehr spezielle Erkrankung. Selbst vielen Tierärzten fällt es schwer die komplexen Geschehnisse des Krankheitsgeschehens zu verstehen und zu interpretieren. Auch deshalb ist die Impfung sehr umstritten. Man muss auch zugeben, dass der Impfschutz statistisch gesehen „nur“ ca. 60% beträgt. Wobei ich immer sage, 60% ist schon mal besser als 0%. Die Frage ist, wie groß der Schutz der Katze ohne Impfschutz tatsächlich ist. Denn es gibt viele Katzen die leben oder lebten mit den Coronaviren ohne an FIP zu erkranken. Das zeigen uns immer wieder auftretende positive Antikörpertests. Diese Tests können aber nicht zwischen den 2 Varianten, der Darm-Form und der FIP-Form unterscheiden. Wobei das letztendlich auch egal ist, weil die Übertragung stets mit der Darmform stattfindet. Erst im Körper mutiert diese Darmform (für die Spezialisten: Veränderung einer einzigen Aminosäure im Genom des Virus) zur FIP-Form und wird gefährlich.

FIP-Impfung

Erstimpfung ab 16 Wochen, Wiederholung nach 3-4 Wochen, dann 1 x jährlich.

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