Kaninchenimpfungen

Impf – Konzepte für Kaninchen

Auch hier gilt die alte Weisheit: so wenig wie möglich aber so viel wie nötig. Bei den Kaninchenkrankheiten gegen die geimpft werden kann sollte immer der Infektionsdruck und die Gefährlichkeit der Krankheit abgewogen werden. Ebenso sollte man berücksichtigen, dass gerade bei Kaninchen Allergien und Autoimmunerkrankungen, also auch Vakkzinosen, auf dem Vormarsch sind.

KaninchenparadiesDeshalb sind beim Impfen von Kaninchen folgende Gesichtspunkte zu berücksichtigen:

1. nur ganz gesunde Tiere dürfen geimpft werden
2. mit einer gesunden Darmflora und damit einem besseren Immunsystem wird die Impfung besser vertragen
3. Freiheit von Parasiten erhöhen die Impfsicherheit, also am besten 1 Woche vor der Impfung Kot untersuchen lassen und ggf. noch entwurmen
4. Impfstoffe (möglichst) immer vom gleichen Hersteller verwenden

Myxomatose

Myxomatose

Myxomatose
Die bekannteste aller Kaninchenkrankheiten (hier erfahren Sie mehr über die Krankheit). Ein Virus, das eine Infektion der Schleimhäute im oberen Atemtrakt und an den Geschlechtsorganen macht. Es ist keine Behandlung bekannt, weder klassisch noch alternativ, die den Tod eines erkrankten Kaninchens verhindern kann. Myxomatose kann allerdings auch „harmlos“ verlaufen, dann haben die erkrankten Tiere lediglich leichte Ödeme in der Unterhaut und evtl. kleine Abszesse. Diese Tiere sind das sogenannte Reservoir und sorgen dafür, dass es immer wieder Fälle von Myxomatose gibt. Übertragen wird die Krankheit durch Stechmücken, also können auch Kaninchen, die nur im Haus leben, betroffen werden. Deswegen sollten alle Kaninchen gegen Myxomatose geimpft werden.

Ein für RHD typisches Röntgenbild

Ein für RHD typisches Röntgenbild

RHD – Chinaseuche
Ausgesprochen Rabbit haemorrhagic Disease oder Chinaseuche weil die Krankheit dort zum ersten Mal beschrieben wurde. Auch ein Virus, dass sich seuchenhaft ausbreitet und hauptsächlich die Schleimhäute der Atemwege aber auch des Magendarmtraktes befällt. Äußerlich sieht man den Patienten kaum etwas an. Meist sterben die erkrankten Tiere schnell und unerwartet. Übertragen wird der Erreger meist über Kaninchenkot, aber auch eine Übertragung durch Stechmücken ist wahrscheinlich.
Inzwischen führt auch der neue Stamm RHD2 zu Infektionen in unseren Breitengraden. Dieser zeichnet sich durch einen sehr akuten Verlauf aus. Meist sterben die Patienten innerhalb weniger Stunden nach Erkennen der ersten Problematik.

Kaninchenschnupfen
Beteiligt an dieser Krankheit sind, ähnlich wie bei Hund und Katze, mehrere Erreger. Ein besonders aggressiver Erreger sind Bakterien der Spezies Pasteurella. Sie sind nur direkt durch Kontakt der Kaninchen untereinander übertragbar. Dafür wird ein Kaninchen, das Kontakt mit einem Schnupfenkaninchen hat, mit fast 100%iger Sicherheit angesteckt. Empfehlenswert ist diese Impfung also für jene Tiere, die Kontakt haben, bzw. haben könnten, mit Kaninchen, die an Schnupfen leiden. Das sind meist Tiere, die in größeren Verbänden gehalten werden oder wenn bei einem Zukauf ein infiziertes Tier eine Rolle spielt.
Auch hier wird 3-4 Wochen nach der Grundimmunisierung geboostert und dann alle 6 Monate wiederholt. Die Impfung gegen Kaninchenschnupfen muss getrennt von den anderen beiden Krankheiten vorgenommen werden.

Impfkonzepte

Myxomatose

Bei der Impfung mit dem regulären (sichereren) Impfstoff muss eine Boosterung nach 3-4 Wochen erfolgen. Dann wird alle 4 (-6) Monate geimpft. Ein Ganzjahresimpfstoff ist verfügbar, hat sich aber in der Phase der Endemie nicht bewährt.
Myxomatose kann mit der Impfung gegen RHD kombiniert werden, aber nicht mit der Impfung gegen Kaninchenschnupfen. Untersuchungen haben ergeben, dass beide Impfungen, zusammen verabreicht, sich gegenseitig derart schwächen, dass der Patient mitunter weder gegen Myxomatose noch gegen Kaninchenschnupfen geschützt ist.

RHD

Der sogenannte Ganzjahresimpfstoff (Nobivac Myxo und RHD) enthält inzwischen auch einen Schutz gegen den neuen RHD Stamm. Je nach Vorimpfung ist bei der Umstellung eine zusätzliche Impfung mit einem anderen RHD2-Impfstoff notwendig. Alle Impfstoffe gegen RHD2 werden ein mal jährlich (ohne Boosterung) geimpft.

Kaninchenschnupfen

Beteiligt an dieser Krankheit sind, wie bei Hund und Katze, mehrere Erreger. Ein besonders aggressiver Erreger sind Bakterien der Spezies Pasteurella. Sie sind nur direkt durch Kontakt der Kaninchen untereinander Dafür wird ein Kaninchen, das Kontakt mit einem Schnupfenkaninchen hat, mit fast 100%iger Sicherheit angesteckt. Empfehlenswert ist diese Impfung also für jene Tiere, die Kontakt haben, bzw. haben könnten mit Kaninchen, die an Schnupfen leiden. Das sind meist Tiere, die in größeren Verbünden gehalten werden oder wenn bei einem Zukauf ein infiziertes Tier eine Rolle spielt.
Auch hier wird 3-4 Wochen nach der Grundimmunisierung geboostert und dann alle 6 Monate wiederholt. Die Impfung gegen Kaninchenschnupfen muss getrennt von den anderen beiden Krankheiten vorgenommen werden.

Impfstoffe (aktuelle Preise
Tierarztpraxis im Kölle-Zoo)
Normalpreis Preis in der Impfsprechstunde
RHD2-Impfung (Filavac) 53,08 Euro 53,08 Euro
RHD2 (Filavac) und Myxo 66,59 Euro 61,43 Euro
Myxomatose (Einzelimpfung) 30,68 Euro 25,52 Euro
Ganzjahresimpfung Myxomatose und RHD2 (Nobivac) 63,83  Euro 63,83  Euro
RHD2 (Filavac) + Myxomatose und RHD (Ganzjahresimpfstoff) – notwendig bei Umstellung 99,74  Euro 99,74  Euro
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NEU! Impfung gegen RHD2

 

Im Bereich der Impfungen gegen Kaninchenkrankheiten hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan. Zunächst wurde vor ein paar Jahren der Infektionsdruck der Myxomatose so groß, dass wir vom halbjährlichen Rhythmus auf vierteljährlich umstellen mussten. Dann entwickelte sich vor ca. zwei Jahren ein sehr infektiöser Stamm der RHD in Frankreich und hat mittlerweile auch unsere Gefilde erreicht. Bisher konnten wir uns hier auch nur durch häufigeres Impfen (halbjährlich statt jährlich) des bekannten Impfstoffes verlassen oder der neue Stamm musste separat und zusätzlich zu den üblichen Impfungen geimpft werden. Inzwischen gibt es aber einen in Deutschland erhältlichen Impfstoff, der beide Stämme abdeckt und als sicher getestet wurde.

Der neue Impfstoff, der ab sofort auch bei uns verfügbar ist, hat den großen Vorteil, dass er mit einer Impfung alle beiden Stämme abdeckt. Bisher war es immer notwendig, neben der „normalen“ RHD-Impfung eine weitere Impfung gegen den neuen Stamm durchführen zu lassen. Eine einmalige Impfung schützt ein Jahr lang vor der Infektion mit RHD1 und RHD2, es muss keine Auffrischung stattfinden. Auf die anderen Impfungen hat der neue Impfstoff keinerlei Auswirkungen, sie können also wie gewohnt fortgeführt werden.
Bitte vereinbaren Sie Termine in unseren Kaninchenimpfsrpechstunden dienstags und mittwochs jeweils von 16 Uhr bis 20 Uhr.
Hier gibt es Informationen zu allen Kaninchenimpfungen.

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Chinaseuche (RHD)

Eine bekannte Krankheit der Kaninchen hält nach längerer Zeit wieder vermehrt Einzug in unserem Gebiet. Die Chinaseuche wird auch RHD (Rabbit Haemorrhagic Disease) genannt. Der neue Stamm (RHD2) führt meist sehr schnell zum Tod.

Symtpome

Ein für RHD typisches Röntgenbild

Ein für RHD typisches Röntgenbild

Die klinischen Erscheinungen sind sehr vielfältig. Das Dramatische ist eigentlich, dass die Infektion meist innerhalb von 12-48 Stunden zum Tod führt. Neben Blutungen in Haut und Schleimhäuten können Magendarmsymptome, Atemnot aber auch unspezifische Hinweise auf eine Infektion hindeuten. Die neue Variante zeichnet sich dadurch aus, dass die Kaninchen innerhalb von ein paar Stunden aufhören zu fressen und dann, teilweise auch ohne weitere Symptome, sterben. Typischer Verlauf (Beistzerberichte): „heute morgen war er komisch, heute mittag hat er aufgehört zu fressen…“ -oftmals kann man dann einen schmerzhaften Bauch und evtl. eine rauhe Lunge diagnostizieren, teilweise haben die Patienten noch nicht mals Fieber.

Übertragung

Da das Virus mit allen Körpersekreten ausgeschieden wird, ist jede Übertragung denkbar. Direkte Übertragung von Tier zu Tier, Schmierinfektionen, Kaninchenkot, der sehr leicht ist und überall hingeweht werden kann, teilweise sogar in den zweiten Stock auf den Balkon und auch Stechmücken sind mögliche Übertragungswege.

Behandlung

Bisher steht uns keine Behandlung zur Verfügung. Wir können lediglich versuchen die Begleitsymptome zu lindern. Meist stehen wir auf verlorenem Posten, da selbst trotz Behandlung 99% der Patienten versterben. Allerdings kann man RHD nicht diagnostisch nachweisen, am Anfang steht immer die Verdachtsdiagnose. Da die Symptome auch auf harmlose Krankheiten hindeuten, sollte auf jeden Fall ein Behandlungsversuch gestaretet werden.

Impfung

1. der bekannte Impfstoff gegen Cunivak RHD wird anstatt ein mal jährlich alle sechs Monate geimpft. Dadurch kann zwar eine Infektion nicht immer verhindert werden, aber die Mortalität also Sterblichkeit, sinkt deutlich. Nach der Erstimpfung muss eine Boosterung nach 3-4 Wochen erfolgen.
2. Impfung mit dem neuen Impfstoff Filavac ein mal jährlich. Dieser Impfstoff ist ausreichend getestet, hat aber seine Wirksamkeit im Feld, also außerhalb von standardisierten Testgruppen, noch nicht erwiesen.

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Umdenken beim Impfen

 

Vakkzinosen – ein fast in Vergessenheit geratenes Problem, weil die Symptome immer subtiler werden.

DunkelfeldWie bei jedem Medikament treten auch bei Impfungen erwünschte und unerwünschte Wirkungen auf. In den meisten Fällen überwiegen die erwünschten Wirkungen, schützt man doch sein Tier vor letztendlich im Einzelfall tödlichen Erkrankungen. Wer schon mal einen Hund mit beispielsweise Parvovirose behandelt hat, wird nie mehr auf diese Impfung verzichten. Wer auf der anderen Seite schon mal einen Patienten mit einer schweren Vakkzinose, also einer fehlerhaften Reaktion auf die Impfung, hatte, neigt dazu, nie wieder einen Patienten zu impfen. Die Symptome dieser Erkrankung sind sehr vielzählig. In meiner Anfangsassistentenzeit kann ich mich an sehr schwere, teilweise nicht mehr zu rettende Fälle, erinnern. Oft waren schwere chronische Erkrankungen die Folge. Inzwischen sind die meisten Vakkzinosen nicht mehr ganz so dramatisch, aber trotzdem mit immensen Auswirkungen auf den „Lebensstandard“ unserer Haustiere. Das zeigen mir vor allen Dingen die Untersuchungen mit dem Dunkelfeldmikroskop, das wohl feinste Instrument um die Wirkungen einer Impfung zu untersuchen. Ich bin weit davon entfernt, eine pauschalisierte Entscheidung zu treffen. Letztendlich muss für jeden Patienten ganz individuell festgelegt werden, wie ein vernünftiges Impfprogramm aussieht.

Impfung HundNeuerungen bei den Impfstoffen führen dazu, dass heutzutage auch wesentlich weniger und schonender geimpft werden kann als das früher der Fall war. Leider halten viele Tierärzte noch an den alten Impfschemata fest. Unter Berücksichtigung des individuellen Infektionsrisikos kann man aber heutzutage auf viele Impfungen verzichten. Der jährliche Gang zum Tierarzt ist damit nicht abgeschafft und aufgrund bestimmter Vorsorgeuntersuchungen, die automatisch vor einer Impfung durchgeführt werden (müssen), auch weiterhin sinnvoll. Allerdings müssen zum Beispiel Staupe, Parvovirose, Hepatitis und Parainfluenza nur ein mal grundimmunisiert werden, wenn man diese Krankheiten ab der 12. Woche impft. Dadurch fällt eine komplette Impfung weg, es bleibt aber ein erhöhtes Infektionsrisiko für die Zeit von der 8. bis zur 12. Woche bzw. bis zu dem Zeitpunkt des Wirkungseintritts, ca. 3 Wochen nach der Impfung. Die Leptospirose erreicht mit dem neuen Impfstoff durch eine Auffrischung nach 2-4 Wochen eine Wirkung für ein ganzes Jahr, nicht wie früher für ein halbes Jahr. Ich sehe erstaunte Gesichter: ja, erst der neue L4-Impfstoff hat eine Gültigkeit für ein ganzes Jahr. Alles über die Hundeimpfungen steht hier

Katzenkomplettimpfung

Katzenkomplettimpfung

Bei den Katzenimpfstoffen gilt ähnliches. Die Weiterentwicklung der Impfstoffe, vor allem der Verzicht auf Adjuvantien führt zu wesentlich weniger und geringeren Impfschäden. Aber es gibt nach wie vor Patienten, denen man mit einer Impfung nichts Gutes tut. Für Katzen gibt es leider keinen Impfstoff, der schon mit er ersten Impfung eine Gültigkeit für ein Jahr erhält. Es muss nach 3-4 Wochen „geboostert“ werden. Allerdings erhält die Parvovirose mit der dritten Impfung eine Gültigkeit für 2 Jahre, die Tollwut für 3 Jahre. Näheres ist hier nachzulesen.

Die Schutzimfpungen für Kaninchen variieren sehr stark nach den örtlichen Gegebenheiten. Für Ludwigshafen und Umgebung gilt ein sehr stark erhöhtes Infektionsrisiko für Myxomatose. Deswegen empfehlen wir diese Impfung nach 3-4 Wochen zu boostern und dann alle 4 Monate durchzuführen, nicht halbjährlich. Der neue Kombinationsimpfstoff, der eine Immunität von einem Jahr verspricht, hat sich in diesen Breitengraden noch nicht bewährt.

 

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