Ein seltener Befund

Der Umstand, warum dieser kleine Kerl zu uns kam, ist weniger erfreulich. Er brach sich das Bein so unglücklich, dass keine andere Option blieb als es operativ zu stabilisieren. Die Fraktur wurde mit einer Plattenosteosynthese mit sechs Schrauben versorgt und die Operation verlief komplikationslos und sehr zufriedenstellend. Der kleine Mann hat beste Chancen ein beschwerdefreies Leben zu führen.

Apropos Mann: der Bub ist dreifarbig! Ein absolut seltenes Phänomen. Das Gen für Dreifarbigkeit der Katze liegt auf zwei X-Chromosomen. Aber Kater (wie die meisten männlichen Säugetiere) haben ein X- und ein Y-Chromosom. Die häufigste Verteilung für dreifarbige Kater ist XXY, diese Kerlchen haben also ein Chromosom zu viel in ihrer DNA. Das nennt man Trisomie. Zum Glück hat das keine weitere Auswirkungen im gesundheitlichen Sinne.
In drei Monaten werden wir die Implantate wieder entfernen.

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Vorsicht mit Lametta

Eindeutig auf dem Röntgenbild zu erkennen: Lametta

Katzen lieben es mit sogenanntem Lametta oder Engelshaar zu spielen. Leider gelangt es oft während dem Spielen ins Maul und wird versehentlich abgeschluckt. Schon ein einzelner Faden kann sich in den Darmschlingen so verfangen, dass ein Ileus (Darmverschluss) entsteht. Gelangen mehrere Engelshaare in den Darm, verknäueln sie und können von der Darmperistaltik nicht weitergeschoben werden, wie in unserem aktuellen Fall. Hier hilft nur noch eine Notoperation. Über einen Bauchschnitt wird das veränderte Darmstück aufgesucht und eröffnet. Das Engelshaar muss vorsichtig aus den Darmschlingen gelöst werden. Der Darm wird dann in insgesamt vier Schichten vernäht und der Bauch verschlossen. Der Patient durfte in diesem Fall drei Tage nichts fressen, weil das Lametta sich im Zwöffingerdarm, also recht weit vorne, verfangen hatte. Zu frühe Nahrungsaufnahme würde die Darmnaht belasten.

Das Engelshaar, nachdem es aus dem Darm entfernt wurde

Bitte bewahren Sie ihren Stubentiger vor diesem Szenario und verzichten Sie auf Lametta, wenn eine Katze in der Nähe ist.

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Biodynamische Katzennahrung – selbstgemacht

Die Wildkatze oder wildlebende Katze in freier Natur ist ein Jäger. Ihre Jagd, für die sie oft Stunden verwenden muss, bringt ihr aber meist nur einen kleinen Ertrag: eine Maus, einen kleinen Vogel, eine Eidechse oder Ähnliches. Das steht im krassen Gegensatz zur Ernährung unserer Hauskatzen. Oftmals bekommen sie viel zu große Mahlzeiten. Und wenn sie diese nicht mehr „mögen“ wird etwas Leckereres aufgetischt. Aus diesem Grunde leiden viele Katzen an den gleichen Wohlstandskrankheiten wie der Mensch (z.B. Diabetes mellitus) oder haben Probleme mit ihrem eigenen ganz speziellen Stoffwechsel (Fettleber).

Gut konzipiertes, biodynamisches Trockenfutter ist das, was der natürlichen Ernährung am nächsten kommt. Eine Katze, die nur Trockenfutter bekommt geht 4-5 mal täglich an ihren Napf und frisst ein paar Bröckchen, genau wie sie in der Natur 4-5 x am Tag eine Maus oder Ähnliches fangen würde. Natürlich ist das nicht lecker, und oftmals geht die Katze an den Napf und danach wieder weg, und bettelt ihren Besitzer bis zur Belastbarkeitsgrenze an. Aber hier muss man sich die Frage stellen: möchte ich meine Katze verwöhnen oder gesund erhalten? Der Vergleich zum Menschen besagt folgendes: Leckerli, Dosenfutter etc. sind für die Katze das, was für den Menschen Kuchen oder Fastfood ist. Das kann man mal machen, aber wenn man jeden Tag ein Stück Kuchen isst oder in ein Fastfood-Restaurant geht, wird man schnell die Quittung dafür bekommen.

Laura und OliveEs ist in Mode gekommen, Tiernahrung selbst herzustellen. Man nennt das „BARFen“, wobei das „biologisch artgerechte RohFütterung“ bedeuten soll. Ich warne vor vielen dieser Methoden, da sie nicht das sind was sie versprechen, nämlich biologisch artgerecht. Zum Beispiel frisches Gemüse. Weder in roher, noch in gequirlter oder gekochter Form kann ein Fleischfresser damit etwas anfangen. Nur in vorverdauter Form aus dem Darm seiner Beutetiere verträgt die Katze Zellulose. Ein weiterer heikler Punkt sind die Proteine. Hier ist es wichtig für den Darmtrakt, dass die Zusammensetzung immer gleich ist und nicht zu viel Protein enthalten ist. Bei selbstgemachter Ernährung fast unmöglich.

Desweiteren braucht man einige Stoffe, die in den meisten Komponenten, die zur Herstellung von Futter verwendet werden, nicht enthalten sind: darmaktive Substanzen, kurzkettige Fette, biodynamische Vitamine. Diese müssen unbedingt substituiert werden. Es gibt also die Möglichkeit Katzenfutter selbst herzustellen, allerdings unter sehr strengen Regeln.

Standardisierbarkeit

Das Verhältnis von Kohlenhydraten zu Proteinen muss 1:2 betragen.

mögliche Kohlenhydratquellen: Reis, Happy dog leichte Flocke, Vet-Concept Vollkornreis oder Kartoffelflocken
mögliche Proteinquellen: Dosenfutter Vet-Concept oder Animonda, Tiefgefrierfleisch, Fleischmischungen mit Rofaseranteil (also zum Beispiel Lamm mit Magenanteilen)

Wichtig ist, immer dieselben Grundlagen zu verwenden und das Mischungsverhältnis konstant zu halten. Am besten stellt man eine gewisse Menge her, die eine zeitlang reicht, und lagert sie im Kühlschrank.

Immer frisch darunter gemischt werden pro Portion (Mausgröße, davon erhalten Katzen 4-5 Portionen täglich):
Darm-Dyn: ¼ Teelöffel
Lachsöl mit Hanf: 2 ml
PK Kräuterhefe: 2 ml oder ½ Tablette

Jetzt besteht „nur“ noch das kleine Problem, dass die Katze dann fressen muss, wenn sie gefüttert wird. Man kann dieses Futter nicht allzu lange stehen lassen. Und welche Katze tut dies? Hinzu kommt, dass die Argumente gegen Trockenfutter nicht auf die biodynamischen Futtermittel zutreffen. Am besten lassen Sie sich diesbezüglich von dem Tierarzt ihres Vertrauens oder den Experten bei www.dasgesundetier.de oder Vet-Concept beraten.

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Unfallkatze Freinsheim

herrenlose Katze FreinsheimAm Dienstag, den 24. März 2015 wurde eine schwer verletzte Katze eingeliefert. Sie wurde vermutlich nach einem Autounfall in Freinsheim in der Friedhofstraße gefunden.Es handelt sich um eine weibliche, ca.  1/2 bis 1 Jahr alte Britisch Kurzhaar Katze, die leider weder gechippt noch tätowiert ist. Die Katze war so schwer verletzt, dass sie leider ein Bein und einen Großteil des Schwanzes verlor. Inzwischen ist ihr Zustand aber stabil und es geht ihr den Umständen entsprechend gut.

Da es sich um eine herrenlose Katze handelt, ist die Frage der Kosten und der weiteren Unterbringung noch in der Schwebe. Aber die zuständigen Stellen sind informiert. Trotzdem würden wir uns wünschen, auf diesem Wege den Besitzer zu finden.

Update:inzwischen konnte der Besitzer ausfindig gemacht werden – vielen Dank an alle, die sich an der Suche beteiligt haben.

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Impfkonzepte für die Katze

Katzenkomplettimpfung

Katzenkomplettimpfung

Ganz und gar nicht für Katz´ sind die Impfungen. Sicherlich muss man bei Impfungen prinzipiell das Für und Wider deutlich abwägen. Es ist immer eine Frage des Risikos, das man eingeht. Impfreaktionen, sogenannte Vakzinosen, können unter Umständen schwere Krankheiten nach sich ziehen. Das äußert sich in unterschiedlichster Problematik. Allerdings werden die modernen Impfstoffe ständig verbessert und Vakzinosen werden immer seltener. Das liegt vor allem daran, dass gerade bei Katzen Imfpstoffe ohne Adjuvantien verwendet werden, ein großer Fortschritt. Natürlich muss man im Einzelfall entscheiden, ob man einen Patient impft oder nicht. Es gibt Gründe, die dagegen sprechen können. Und vor allem muss vor einer Impfung die Impffähigkeit festgestellt werden, das heißt der Patient muss gewissenhaft klinisch auf mögliche Anzeichen einer Krankheit untersucht werden. Wenn wir einen gesunden Patienten vor uns haben, spricht nichts gegen eine Impfung, vor allem, weil die Krankheiten, die wir impfen, letztendlich alle tödlich sind.

Bei Katzen unterscheiden wir bei Impfungen prinzipiell zwischen Freigängern und Wohnungskatzen. Für Wohnungskatzen ist es wichtig gegen Katzenschnupfen und -seuche geimpft zu sein, weil jedermann diese Viren an der Kleidung mit „einschleppen“ kann. Wenn Ihnen also draußen eine, evtl. auch gesund aussehenden Katze, an den Beinen vorbeistreicht, können hier Viren hängen bleiben, und sie können ihren Stubentiger zu Hause anstecken.

Impfung Katzenschnupfen

Calici- und Rhinotracheitis-Viren. Erstimpfung ab 8 Wochen, Wiederholung nach 3-4 Wochen, dann immer 1 x jährlich.

Impfung Katzenseuche

Parvoviren. Erstimpfung ab 8 Wochen, Wiederholung nach 3-4 Wochen, nach 1 Jahr, dann alle 2 Jahre

 

Bindehautentzündung durch Infektion mit Erregern des Katzenschnupfens

Bindehautentzündung durch Infektion mit Erregern des Katzenschnupfens

Eine Sonderstellung nimmt die Impfung gegen Tollwut ein. Der Sinn einer Tollwut-Impfung liegt meist nicht im Schutz des Tieres selbst, die letzte Tollwutinfektion eines Haustiers ist mehr als 60 Jahre her, sondern im Schutz des Menschen und seiner tierischen Begleiter. Aus rechtlicher Sicht ist es sinnvoll auch Wohnungskatzen gegen Tollwut zu impfen. Es gibt ein Gesetz, nachdem das Veterinäramt befähigt ist bei einem Ausbruch von Tollwut, zu veranlassen, alle verdächtigen Tiere einschläfern zu lassen. Ein Tier mit einer Bissverletzung ist evtl. schon tollwutverdächtig. Dieses Gesetz ist bisher noch nie zur Anwendung gekommen, aber im Zweifel ist man mit einem Impfnachweis auf der sicheren Seite. Ein anderer Fall bringt mich auch dazu diese Impfung zu empfehlen: eine Katze biss ein Kind, das zu Besuch bei der Tochter war. Die Wunde entzündete sich, das Kind musste ins Krankenhaus. Weil kein Tollwutschutz nachweisbar war, wurden bei dem Kind etliche Tests und Untersuchungen durchgeführt und zunächst dem Besitzer der Katze in Rechnung gestellt. Letztendlich musste dieser nicht bezahlen, durfte aber unzählige Male vor Gericht erscheinen. Die modernen Impfstoffe für Katzen enthalten auch bei der Tollwut keine Adjuvantien.

Impfung Tollwut

Rhabdoviren. Erstimpfung ab 12 Wochen, Wiederholung nach 1 Jahr, dann alle 3 Jahre.

 

Für Freigänger gibt 2 weitere Krankheiten, die empfehlenswert sind zu impfen. Die Leukose und die sogenannte FIP (feline infektiöse Peritonitis). Beide Krankheiten werden direkt, also von Katze zu Katze, übertragen. Beide Impfstoffe müssen vor der Erstimpfung getestet werden, weil der Impfstoffhersteller die Impfstoffe nicht an infizierten Tieren getestet hat. Es handelt sich um einen Bluttest, den wir vorrätig haben und der ca. 30 Minuten dauert.

typisches Blutbild für Leukose

typisches Blutbild für Leukose

Die Leukose-Impfung war jahrelang im Verruf Fibrosarkome zu verursachen. Inzwischen sind die Impfstoffe so fortschrittlich, dass kein direkter Zusammenhang zwischen Impfung und Entstehung des Tumors sicher belegt werden kann. Vor allem kommt es meiner Ansicht nach auf die Impftechnik an, der Impfstoff muss streng subkutan injiziert werden. Gelangt nur ein Teil in die Haut oder in einen Muskel treten oft lokale Reaktionen auf.

Leukose-Impfung

felines Leukose-Virus. Erstimpfung ab 8 Wochen, Wiederholung nach 3-4 Wochen, dann 1 x jährlich.

 

Thoraxerguss aufgrund von FIP

Thoraxerguss aufgrund von FIP

Die feline infektiöse Peritonitis (FIP) ist eine sehr spezielle Erkrankung. Selbst vielen Tierärzten fällt es schwer die komplexen Geschehnisse des Krankheitsgeschehens zu verstehen und zu interpretieren. Auch deshalb ist die Impfung sehr umstritten. Man muss auch zugeben, dass der Impfschutz statistisch gesehen „nur“ ca. 60% beträgt. Wobei ich immer sage, 60% ist schon mal besser als 0%. Die Frage ist, wie groß der Schutz der Katze ohne Impfschutz tatsächlich ist. Denn es gibt viele Katzen die leben oder lebten mit den Coronaviren ohne an FIP zu erkranken. Das zeigen uns immer wieder auftretende positive Antikörpertests. Diese Tests können aber nicht zwischen den 2 Varianten, der Darm-Form und der FIP-Form unterscheiden. Wobei das letztendlich auch egal ist, weil die Übertragung stets mit der Darmform stattfindet. Erst im Körper mutiert diese Darmform (für die Spezialisten: Veränderung einer einzigen Aminosäure im Genom des Virus) zur FIP-Form und wird gefährlich.

FIP-Impfung

Erstimpfung ab 16 Wochen, Wiederholung nach 3-4 Wochen, dann 1 x jährlich.

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