Vorsicht mit Lametta

Eindeutig auf dem Röntgenbild zu erkennen: Lametta

Katzen lieben es mit sogenanntem Lametta oder Engelshaar zu spielen. Leider gelangt es oft während dem Spielen ins Maul und wird versehentlich abgeschluckt. Schon ein einzelner Faden kann sich in den Darmschlingen so verfangen, dass ein Ileus (Darmverschluss) entsteht. Gelangen mehrere Engelshaare in den Darm, verknäueln sie und können von der Darmperistaltik nicht weitergeschoben werden, wie in unserem aktuellen Fall. Hier hilft nur noch eine Notoperation. Über einen Bauchschnitt wird das veränderte Darmstück aufgesucht und eröffnet. Das Engelshaar muss vorsichtig aus den Darmschlingen gelöst werden. Der Darm wird dann in insgesamt vier Schichten vernäht und der Bauch verschlossen. Der Patient durfte in diesem Fall drei Tage nichts fressen, weil das Lametta sich im Zwöffingerdarm, also recht weit vorne, verfangen hatte. Zu frühe Nahrungsaufnahme würde die Darmnaht belasten.

Das Engelshaar, nachdem es aus dem Darm entfernt wurde

Bitte bewahren Sie ihren Stubentiger vor diesem Szenario und verzichten Sie auf Lametta, wenn eine Katze in der Nähe ist.

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Chinaseuche (RHD)

Eine bekannte Krankheit der Kaninchen hält nach längerer Zeit wieder vermehrt Einzug in unserem Gebiet. Die Chinaseuche wird auch RHD (Rabbit Haemorrhagic Disease) genannt. Der neue Stamm (RHD2) führt meist sehr schnell zum Tod.

Symtpome

Ein für RHD typisches Röntgenbild

Ein für RHD typisches Röntgenbild

Die klinischen Erscheinungen sind sehr vielfältig. Das Dramatische ist eigentlich, dass die Infektion meist innerhalb von 12-48 Stunden zum Tod führt. Neben Blutungen in Haut und Schleimhäuten können Magendarmsymptome, Atemnot aber auch unspezifische Hinweise auf eine Infektion hindeuten. Die neue Variante zeichnet sich dadurch aus, dass die Kaninchen innerhalb von ein paar Stunden aufhören zu fressen und dann, teilweise auch ohne weitere Symptome, sterben. Typischer Verlauf (Beistzerberichte): „heute morgen war er komisch, heute mittag hat er aufgehört zu fressen…“ -oftmals kann man dann einen schmerzhaften Bauch und evtl. eine rauhe Lunge diagnostizieren, teilweise haben die Patienten noch nicht mals Fieber.

Übertragung

Da das Virus mit allen Körpersekreten ausgeschieden wird, ist jede Übertragung denkbar. Direkte Übertragung von Tier zu Tier, Schmierinfektionen, Kaninchenkot, der sehr leicht ist und überall hingeweht werden kann, teilweise sogar in den zweiten Stock auf den Balkon und auch Stechmücken sind mögliche Übertragungswege.

Behandlung

Bisher steht uns keine Behandlung zur Verfügung. Wir können lediglich versuchen die Begleitsymptome zu lindern. Meist stehen wir auf verlorenem Posten, da selbst trotz Behandlung 99% der Patienten versterben. Allerdings kann man RHD nicht diagnostisch nachweisen, am Anfang steht immer die Verdachtsdiagnose. Da die Symptome auch auf harmlose Krankheiten hindeuten, sollte auf jeden Fall ein Behandlungsversuch gestaretet werden.

Impfung

1. der bekannte Impfstoff gegen Cunivak RHD wird anstatt ein mal jährlich alle sechs Monate geimpft. Dadurch kann zwar eine Infektion nicht immer verhindert werden, aber die Mortalität also Sterblichkeit, sinkt deutlich. Nach der Erstimpfung muss eine Boosterung nach 3-4 Wochen erfolgen.
2. Impfung mit dem neuen Impfstoff Filavac ein mal jährlich. Dieser Impfstoff ist ausreichend getestet, hat aber seine Wirksamkeit im Feld, also außerhalb von standardisierten Testgruppen, noch nicht erwiesen.

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Otto darf leben

Ottos Hüften

Ottos schwerwiegender Hüftbefund

Winter 2015/16 in Brasov/Rumänien: Otto, ein kleines Fellbündel mit schwarzen Haaren erblickt das Licht der Welt. Keiner ahnt, welch schweren Weg der kleine Hund noch vor sich haben wird. Zunächst entwickelt er sich ganz normal zu einem liebenswürdigen und verspielten Welpen, seine Intelligenz blitzt schon das ein oder andere Mal durch. Doch irgendetwas stimmt mit seinem Laufen nicht. Er wackelt ganz arg mit dem kleinen Po und teilweise meint man, er habe Schmerzen bei bestimmten Bewegungen, manchmal will er nicht auftsehen. Die Diagnose ergibt sich nach einem Besuch bei einem rumänischen Tierarzt: schwere Hüftgelenksdysplasie. Die Besitzer in Rumänien haben kein Geld die OP vor Ort zu bezahlen. Also wenden sich Freunde der Familie an Dani Cammaleri, eine Tierschützerin in Deutschland, die dort, in Rumänien, schon ein mal bei einem anderen Hund geholfen hatte. Zunächst sollte Otto in Rumänien operiert werden, allerdings hätte er eine Wartezeit von über sechs Monaten gehabt. Inzwischen machten sich die Besitzer vor Verzweiflung schon Gedanken über eine Euthanasie. Also wurde alles vorbereitet für die Ausreise von Otto.

Dani mit Rudel und Otto

Dani und ihr Rudel mit Otto

In Deutschland angekommen gab es zunächst ein paar Komplikationen in dem Rudel von Dani. Otto legte sich mit dem Rudelführer an und es kam dauernd zu Beißereien auch mit den anderen Rudelmitgliedern. Schließlich kam er in eine Pflegestelle zu Roland mit zwei weiteren Hunden, die ihn sofort aufnahmen und wo er letztendlich für immer bleiben kann. Während seiner Zeit in Deutschland wurde über den Verein „Hilfe für Pfoten e.V. Stuttgart“ eine Spendenaktion für Otto ins Leben gerufen, um ihm eine Operation für die Hüften zu ermöglichen. Vor allem der Vorsitzende des Vereins Herbert Jaddatz setzte sich unermüdlich für Otto ein. Laura stellte den Kontakt zur Tierarztpraxis im Kölle-Zoo her und die Aktion nahm Fahrt auf. Innerhalb von 1 Woche konnten genug Spenden gesammelt werden, um Otto die Operation in Ludwigshafen zu ermöglichen.

Roland mit Otto

Roland und Otto

Am Donnerstag, den 14. Juli, war es dann so weit. Otto erschien pünktlich und frohgelaunt zur Operation. Die Einschlafspritze hat er uns zwar etwas übel genommen, aber das war schnell wieder vergessen. In einer dreistündigen Operation wurden beide Hüften mit einem Kompaktatransplantat, einem Laserblock und einer Kapselraffung behandelt. Die Operation ist erstmals beschrieben von einem der führenden Ganzheitstiermediziner Deutschlands: Thomas A. Backhaus praktiziert in seiner Praxis in Longuich mit einem europaweiten Ruf. Nach der OP wurde Otto mit „neuen Hüften“ wach, das irritierte ihn etwas. Die Narbe zwickte noch und die Hüftköpfe rutschten nicht mehr so durch die Pfanne. Zur Sicherheit blieb er noch eine  Nacht bei uns und wurde am Freitagmorgen als freudiger Patient entlassen.

Pflegestelle

Otto und seine neue Freundin

Wir wünschen Otto ein sorgen- und schmerzfreies Leben und bedanken uns bei allen Beteiligten für ihre selbstlose Arbeit.

Herbert mit Otto

Herbert und Otto

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Umdenken beim Impfen

 

Vakkzinosen – ein fast in Vergessenheit geratenes Problem, weil die Symptome immer subtiler werden.

DunkelfeldWie bei jedem Medikament treten auch bei Impfungen erwünschte und unerwünschte Wirkungen auf. In den meisten Fällen überwiegen die erwünschten Wirkungen, schützt man doch sein Tier vor letztendlich im Einzelfall tödlichen Erkrankungen. Wer schon mal einen Hund mit beispielsweise Parvovirose behandelt hat, wird nie mehr auf diese Impfung verzichten. Wer auf der anderen Seite schon mal einen Patienten mit einer schweren Vakkzinose, also einer fehlerhaften Reaktion auf die Impfung, hatte, neigt dazu, nie wieder einen Patienten zu impfen. Die Symptome dieser Erkrankung sind sehr vielzählig. In meiner Anfangsassistentenzeit kann ich mich an sehr schwere, teilweise nicht mehr zu rettende Fälle, erinnern. Oft waren schwere chronische Erkrankungen die Folge. Inzwischen sind die meisten Vakkzinosen nicht mehr ganz so dramatisch, aber trotzdem mit immensen Auswirkungen auf den „Lebensstandard“ unserer Haustiere. Das zeigen mir vor allen Dingen die Untersuchungen mit dem Dunkelfeldmikroskop, das wohl feinste Instrument um die Wirkungen einer Impfung zu untersuchen. Ich bin weit davon entfernt, eine pauschalisierte Entscheidung zu treffen. Letztendlich muss für jeden Patienten ganz individuell festgelegt werden, wie ein vernünftiges Impfprogramm aussieht.

Impfung HundNeuerungen bei den Impfstoffen führen dazu, dass heutzutage auch wesentlich weniger und schonender geimpft werden kann als das früher der Fall war. Leider halten viele Tierärzte noch an den alten Impfschemata fest. Unter Berücksichtigung des individuellen Infektionsrisikos kann man aber heutzutage auf viele Impfungen verzichten. Der jährliche Gang zum Tierarzt ist damit nicht abgeschafft und aufgrund bestimmter Vorsorgeuntersuchungen, die automatisch vor einer Impfung durchgeführt werden (müssen), auch weiterhin sinnvoll. Allerdings müssen zum Beispiel Staupe, Parvovirose, Hepatitis und Parainfluenza nur ein mal grundimmunisiert werden, wenn man diese Krankheiten ab der 12. Woche impft. Dadurch fällt eine komplette Impfung weg, es bleibt aber ein erhöhtes Infektionsrisiko für die Zeit von der 8. bis zur 12. Woche bzw. bis zu dem Zeitpunkt des Wirkungseintritts, ca. 3 Wochen nach der Impfung. Die Leptospirose erreicht mit dem neuen Impfstoff durch eine Auffrischung nach 2-4 Wochen eine Wirkung für ein ganzes Jahr, nicht wie früher für ein halbes Jahr. Ich sehe erstaunte Gesichter: ja, erst der neue L4-Impfstoff hat eine Gültigkeit für ein ganzes Jahr. Alles über die Hundeimpfungen steht hier

Katzenkomplettimpfung

Katzenkomplettimpfung

Bei den Katzenimpfstoffen gilt ähnliches. Die Weiterentwicklung der Impfstoffe, vor allem der Verzicht auf Adjuvantien führt zu wesentlich weniger und geringeren Impfschäden. Aber es gibt nach wie vor Patienten, denen man mit einer Impfung nichts Gutes tut. Für Katzen gibt es leider keinen Impfstoff, der schon mit er ersten Impfung eine Gültigkeit für ein Jahr erhält. Es muss nach 3-4 Wochen „geboostert“ werden. Allerdings erhält die Parvovirose mit der dritten Impfung eine Gültigkeit für 2 Jahre, die Tollwut für 3 Jahre. Näheres ist hier nachzulesen.

Die Schutzimfpungen für Kaninchen variieren sehr stark nach den örtlichen Gegebenheiten. Für Ludwigshafen und Umgebung gilt ein sehr stark erhöhtes Infektionsrisiko für Myxomatose. Deswegen empfehlen wir diese Impfung nach 3-4 Wochen zu boostern und dann alle 4 Monate durchzuführen, nicht halbjährlich. Der neue Kombinationsimpfstoff, der eine Immunität von einem Jahr verspricht, hat sich in diesen Breitengraden noch nicht bewährt.

 

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Myxomatose

 

Myxomatose, Ödeme

Kaninchen mit deutlichen Ödemen im Gesicht – Myxomatose

Übertragung

Die Myxomatose ist hochansteckend und Wildkaninchen sind ein natürliches Reservoir, das heißt der Erreger wird von Wildkaninchen verbreitet, die das Virus ausscheiden aber selbst nicht erkranken.

Vor allem über blutsaugende Insekten (Mücken, Flöhe) wird ein Kaninchen angesteckt. Sticht eine Mücke ein erkranktes bzw. infiziertes Tier, nimmt es mit dem Blut die Viren auf und kann sie mit dem nächsten Stich auf ein gesundes Tier übertragen. Daher ist die Erkrankung auch hauptsächlich auf die Mückenzeit (Frühjahr/Sommer) begrenzt.

Eine indirekte Übertragung kann ebenfalls stattfinden. Über Nasen- und Augenausfluss sowie Wundsekret scheiden erkrankte Tiere das Virus aus. Über Gras, Fliegen, Gegenstände oder auch Menschen welche Kontakt mit dem Sekret hatten, kann man den Erreger auch ins Haus tragen. Kaninchen welche nur im Haus leben sind daher nicht vor der Erkrankung geschützt. Auch ein direkter Kontakt des gesunden Kaninchens mit den Sekreten eines erkrankten Kaninchens führt zu einer Infektion. Daher ist eine sofortige Trennung eines erkrankten Tieres von den Partnertieren nötig.

Für den Menschen sowie andere Haustiere (Hund, Katze, Meerschweinchen u.a.) ist die Myxomatose ungefährlich.

Eine Übertragung wird begünstigt durch enge Haltung vieler Kaninchen, eine große Wildkaninchenpopulation, Gebiete mit vielen Mücken z.B. an Gewässern und ungeimpfte Tiere.

Symptome

Das Virus hat eine Inkubationszeit von 3-10 Tagen. Das bedeutet, dass 3-10 Tage zwischen der Ansteckung und den ersten Symptome liegen können. Haben sie ein an Myxomatose erkranktes Kaninchen, können die Partnertiere noch keine Symptome zeigen aber schon infiziert sein und werden dann fälschlicherweise für gesund gehalten.

Die Krankheit kann sehr unterschiedlich verlaufen und nicht alle Symptome müssen zwingend auftreten, sie hängen von der Virulenz des Virusstammes und der Empfänglichkeit der Kaninchen ab. Bei ungeimpften oder nicht regelmäßig geimpften Tiere kann die Krankheit perakut, akut oder chronisch Verlaufen.

Beim perakuten Verlauf treten nur leichte Symptome, wie leichte Schwellungen der Augen auf. Die Tiere versterben allerdings innerhalb weniger Tage.

Beim akuten Verlauf treten zunächst Tränenfluss und geschwollene Augenlider auf. Später kommen eitriger Augen- und Nasenausfluss und weitere Anschwellungen am Kopf (Ohren, Nase, Lippen) und am Genitalbereiche sowie Fieber hinzu. Durch die Nasenschwellung und den eitrigen Nasenausfluss haben erkrankten Tiere häufig Atembeschwerden. Die Rammler können unter einer Entzündung der Hoden leiden. Es kommt zu sogenannten Myxombildungen. Das sind Ödeme des Kopfes („Nilpferdkopf“) und zum Teil auch des gesamten Körpers. Die Futteraufnahme wird zum Teil verweigert und der Patient verstirbt nach etwa 2 Wochen.

Der chronische Verlauf ist ein leichterer Verlauf und Tiere mit guter Kondition können die Infektion überleben. Vor allem am Kopf und Genital kommt es zu Knoten- und Unterhautödemen. Die Knoten können aufplatzen und heilen dann nur langsam unter Narbenbildung ab. Aus den geplatzten Knoten tritt Sekret aus, welches infektiös für andere Kaninchen ist.

Am Anfang einer Epidemie Verläuft die Krankheit meist zu 100% tödlich. Mit der Zeit wird das Virus abgeschwächt bzw. die Tiere passen sich an. Dadurch kommt es zu milderen oder atypischen Verläufen und die Tiere können die Infektion unter Umständen überleben.

Erkranken geimpfte Tiere haben sie gute Überlebenschancen und es kommt zu abgeschwächten Symptomen. Meist zeigt sich dies dann nur durch einen chronischen Schnupfen und häufigen Durchfall.

Durch die Impfung kann es in seltenen Fällen auch zu einer „Impfmyxomatose“ kommen. Die Einstichstelle schwillt an und kann sich knotig verändern. Bei geschwächten Tieren können die Augenlider anschwellen. Dies sollte dem Tierarzt umgehend gemeldet werden.

Behandlung

Eine gezielte Therapie gegen die Myxomatose gibt es nicht.

Bei einem milden Verlauf können wir die Symptome lindern. Mit Antibiotika werden Sekundärinfektionen durch Bakterien versucht zu verhindern. Des Weiteren wird versucht das Immunsystem des Patienten zu stimulieren.

Je nach Verlauf können Augensalben, Inhalation mit Kochsalzlösung und Zufütterung zusätzlich nötig sein.

Die Behandlung ist allerdings oft sehr langwierig und oft auch mit Rückschritten verbunden. Je nach Virulenz des Virusstammes liegt die Sterberate bei 20-100%, das heißt dass leider die meisten ungeimpften Tiere auch mit Behandlung sterben.

Je nach Verlauf ist es eventuell schon bei der ersten Vorstellung nötig das Kaninchen von seinem Leiden zu erlösen. Eine Behandlung führen wir nur durch, wenn das Tier im Haus mit einem Fliegengitter um den Käfig gehalten werden kann. Ansonsten würde der Patient zur Weiterverbreitung der Myxomatose beitragen. Während der Behandlung sind regelmäßige Kontrollen durch den Tierarzt nötig um gegebenenfalls die Behandlung anzupassen oder wenn es nötig werden sollte, das Tier von seinem Leiden zu erlösen. Andernfalls wurde das Kaninchen durch verhungern oder ersticken qualvoll verenden.

 

Knötchen im Oberlid, noduläre Form

Knötchen im Oberlid, noduläre Form

Die Prognose einer Impfmyxomatose ist gut. Meistens heilt der Knoten an der Einstichstelle unter Narbenbildung ab.

In allen anderen Fällen bei ungeimpften Tieren ist die Prognose meistens ungünstig und endet tödlich. Einige Kaninchen können plötzlich versterben ohne zuvor Symptome gezeigt zu haben. Die meisten sterben allerdings wenige Tage nach den ersten Symptomen.

Es gibt auch leichtere Verläufe der Myxomatose, bei denen sich das Kaninchen wieder vollständig oder nahezu vollständig erholt. Allerdings ist der Virus nach überstandener Krankheit noch bis zu 6 Monate im Tier aktiv und somit für andere Tiere noch ansteckend.

Impfung

Der beste Schutz für unsere Kaninchen ist die Impfung.

Es gibt einen neuen Kombinationsimpfstoff welcher nur einmal jährlich geimpft werden muss und auch eine Grundimmunisierung nicht nötig ist. Durch eine hohe Infektionswelle in diesem Jahr (2016) ist aus unserer Sicht ersichtlich, dass dieser Impfstoff keinen ausreichenden Impfschutz bietet. Wir verwenden den Impfstoff der Firma IDT und wiederholen ihn alle 4 Monate. Ein 6-Monatsintervall bietet auch keinen ausreichenden Impfschutz wie sich momentan zeigt.

Die Erstimpfung ist hier ab der 6. Lebenswoche möglich und muss nach 3-4 Wochen wiederholt werden. Erst durch die Wiederholungsimpfung ist das Kaninchen geschützt, da der Antikörpertiter erhöht wird (Boosterung). Danach ist eine regelmäßige Auffrischung nötig, damit der Antikörpertiter auch so hoch bleibt. Ist die Auffrischung zu spät erfolgt besteht die Gefahr, dass der Titer wieder zu niedrig und das Tier nicht ausreichend geschützt ist. Daher ist immer eine pünktliche Auffrischung nötig um eine erneute Grundimmunisierung und Impfdurchbrüche zu vermeiden.

Eine Auffrischung ist alle 4 Monate nötig.

Auch im Winter ist eine Impfung wichtig, da das Virus sich 6 – 7 Monate auch bei den sinkenden Temperaturen hält und sich auch ohne Mücken verbreiten kann.

Eine Impfung schützt zwar leider nicht 100%, aber die Krankheit verläuft bei regelmäßig geimpften Tieren wesentlich milder und die Überlebenschancen sind weitaus höher als bei ungeimpften Tieren. Bei Patienten, die im 4-Monatsintervall geimpft wurden, hatten wir bisher keine Infektion mit Myxomatose.

Mit einer Impfung schützen Sie nicht nur Ihr eigenes Tier, sondern auch alle andere Kaninchen. Bei einem Durchimpfungsgrad von 70% kann eine gefährliche Epidemie wie dieses Jahr wirksam verhindert werden! Je mehr es empfängliche Kaninchen gibt, desto stärker kann sich das Virus verbreiten.

Weitere Vorsichtsmaßnahmen

  • Regelmäßige Impfung
  • In Epidemien Zeiten und -Orten kein Grünfutter sammeln bzw. das Grünfutter gründlich unter Wasser reinigen und dann gut trocknen lassen.
  • Insektengitter und Insektenfallen
  • Kontakt zu Wildkaninchen vermeiden/keine Wildkaninchen mit nach Hause nehmen
  • Regelmäßige Reinigung der Käfige und täglicher Wechsel der Einstreu
  • Händehygiene und insgesamt Hygiene (Schuhe!)

 

Was tun, wenn ein Tier erkrankt ist?

Das betroffene Kaninchen sofort von den anderen trennen und in die Wohnung holen. Mit allen Kaninchen, auch wenn sie keine Symptome zeigen, umgehend beim Tierarzt vorstellig werden. Die vermeintlich noch nicht erkrankten Tiere können notgeimpft werden. Sollten sie nicht erkrankt sein, können sie vor einer Infektion eventuell noch geschützt werden. Sollten sie erkrankt, aber noch keine Symptome zeigen (Inkubationszeit,) können sie unter Umständen durch die Notimpfung gerettet werden. Eine Notimpfung verhindert allerdings nicht den Ausbruch der Krankheit, sollten sie schon infiziert sein.

Käfig und Einrichtungen sollten gesäubert werden. Das Virus ist relativ unempfindlich gegenüber vielen Chemikalien. Es ist kälteunempfindlich aber empfindlich gegen Temperaturen über 60 Grad. 3%iges Formaldehyd führt innerhalb 3 Stunden zur Inaktivierung des Virus.

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Verletzte Eidechse

die verletzte Eidechs am Fundort

die verletzte Eidechs am Fundort

Die am häufigsten in Deutschland vorkommenden Arten der Eidechse (Zaun- und Mauereidechse) gehören zu den streng geschützten Arten. Das bedeutet, dass neben einem Tötungsverbot diese Tiere nicht „erheblich gestört“ werden dürfen. Das bekamen schon die Verantworltichen für den Bau von Stuttgart21 zu spüren. Aufgrund von zwei Eidechsen-Kolonien auf der Bahntrasse zwischen Stuttgart und München kommt es zu einer Bauverzögerung. Die Mischpopulationen müssen erst umgesiedelt werden, es handelt sich um ca. 10.000 Tiere. Schätzungen zufolge könnte diese Aktion bis zu 6800 Euro pro Tier kosten.

Operation der Eidechse

Operation der Eidechse

Leider wissen unsere Haustiere, vor allem die Katzen, meist nichts vom Tier- und Artenschutzgesetz oder halten sich zumindest nicht daran. So gehören die Eidechsen, neben Kleinnagern und Vögeln durchaus zur potentiellen Beute der Stubentiger. So brachte auch unser Hugo unwissenderweise eine Mauereideschse an, die er zuvor an der Flanke deutlich sichtbar verletzt hatte. Da unsere Hasukatzen heutzutage gut genährt sind, bedienen sie sich ihrer Beutetiere meist mehr als Spielzeug denn als Nahrung. Und zum Glück können wir dann manchmal noch rechtzeitig einschreiten und die verletzten Tiere retten. So auch in diesem Fall. Meine Kinder brachten mir die Eidachse und wir schritten sofort zur Tat. Narkosegas, kurz warten und schon konnte die verletzte Stelle versorgt werden. Zur Auswilderung brachten wir sie an eine geeignete Stelle außerhalb der Reichweite von Katzen. Die Eidechse machte sich sofort auf den Weg in ein geeignetes Versteck.

Auswilderung

Auswilderung

In diesem Fall konnten wir neben der Rettung eines Tierlebens auch etwas für den Artenschutz tun und möchten mit diesem Bericht auf dieses Thema aufmerksam machen. Wir behandeln auch Wildtiere. Sollte der Finder nicht bereit sein die Kosten dafür zu tragen, finanzieren wir das über unsere „Wildtierkasse“ – ein kleines Sparschwein, das sie auf unserer Theke an der Anmeldung finden.

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