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Maßnahmen zur Beruhigung

Jedes Jahr nach der besinnlichen Zeit braucht der Mensch offenbar ein Ventil für seine angestaute Energie und will das neue Jahr mit tosendem Feuerwerk und Böllern begrüßen. Was für viele von uns ein Heidenspaß ist, ist für alle Tiere ein Martyrium. Die Sinne unserer Haustiere (und auch der Wildtiere) sind darauf ausgelegt, drohende Gefahren abzuschätzen. Ein aufziehendes Gewitter oder ein Erdbeben ist in der freien Natur letztendlich eine lebensbedrohende Gefahr. Deshalb reagieren oft auch unsere Haustiere „hysterisch“ auf die Knallerei rund um den Jahreswechsel.
Ich muss gestehen, dass meine Tiere nicht sehr empfindlich sind. Ob das an der Handhabung liegt oder ob ich einfach Glück mit den Charakteren habe, kann ich nicht beurteilen. Aber ich kenne auch viele Fälle, denen selbst mit Konditionierung und Verhaltenstherapie nicht mehr geholfen werden kann. Für diese Maßnahmen empfehle ich aber stets, einen erfahrenen Tiertrainer zu Rate zu ziehen, weil sie sehr individualisiert durchgeführt werden müssen.

Viele Menschen wollen ihre Haustiere über die Jahre medikamentell beruhigen. Hier gibt es etliche verschiedene Wege, die in der Tat auch individuell angepasst werden müssen. Man kann eine Beruhigung homöopathisch, pflanzlich, über verschiedene Futterzusatzmittel, in Form von Mykotherapie und letztendlich mit sogenannten Tranquilizern erreichen.

Der Einsatz von Tranquilizern (Azepromazin, Valium) sollte meines Erachtens nur in absoluten Ausnahmefällen und streng nach Einzelfallbeurteilung erfolgen. Die Patienten werden äußerlich beruhigt, nehmen aber die Bedrohung war. Allerdings sind sie derart träge, dass sie vor der Gefahr nicht fliehen können. Ich möchte das mal so vergleichen: ein Dieb bedroht sie mit der Pistole. Was würde Ihnen besser gefallen: 3 Promille oder klare Sinne? Allerdings gibt es auch Einzelfälle, in denen der Einsatz der Tranquilizer unabdingbar ist. Dies erfordert aber mindestens eine Untersuchung durch einen Tierarzt. Diese Medikamente sind verschreibungspflichtig. Ein immer beliebteteres Vorgehen ist der Einsatz von Eierlikör. Auch hier empfehle ich die Absprache mit dem Tierarzt.

Homöopathisch habe ich die besten Erfahrungen mit dem Präparat Avena/Phosphor von Plantavet gemacht. Es ist in Ampullenform erhältlich. Die Beruhigung über Futterzusatzstoffe funktioniert per Supplementierung verschiedener Stoffe zur Stabilisierung des Nervenpotentials, teilweise kombiniert mit pflanzlichen Wirkstoffen wie Baldrian und Johanniskraut. Dies kann über kurzkettige Fette, Aminosäuren und/oder Vitamine erreicht werden. Der Einsatz von Pheromonen (Geruchshormone, die von der Mutter bei der Säugephase abgegeben werden) soll bewirken, dass sich der Patient in seine „unbeschwerte Kindheit“ zurückversetzt fühlt.

Wichtig dabei ist, dass der Einsatz all dieser Mittelchen ein paar Tage vor dem Höhepunkt angefangen und ein paar Tage ins neue Jahr fortgesetzt wird. Die Wirkung kumuliert, das heißt, die volle Wirkung ist erst nach ein paar Tagen erreicht. Am besten werden auch diese Mittel ausgeschlichen, also in ihrer Dosis nach und nach verringert.

Generell gilt in der heißen Phase: Ruhe bewahren! Rolläden runter, Fesnter abdunkeln, Musik oder Fernseher laufen lassen oder eben genau die Dinge tun, mit denen sich der Vierbeiner ablenken lässt. Auch wenn es schwer fällt, sind die Dinge, die wir selbst als beruhigend wahrnehmen, für unsere Tiere meist verwirrender. Auch ein Bemitleiden wird meist als „Ja, es ist alles schrecklich, Aufregen ist schon richtig!“ verstanden.

Bitte denkt auch daran, dass gerade ängstliche Hunde in dieser Zeit zu Panik tendieren. Kontrollieren Sie den Sitz des Halsbandes/Geschirrs und lassen Sie ihren Liebling nicht von der Leine.

Wir wünschen Ihnen und ihren Tieren ein ruhiges Fest und gutes Gelingen für den Jahreswechsel. Bei Fragen beraten wir sie gerne vor Ort in unserer Praxis.

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Richtige Ernährung bei Harnwegserkrankungen für Nager

Harnwegserkrankungen (Harngries, Blasensteine, Blasenentzündungen) stellen ein häufiges Problem bei Kaninchen und Meerschweinchen dar und gehören neben Zahnerkrankungen und Verdauungsproblemen zu den häufigsten Erkrankungen dieser Arten.

Ein besonderer Kalziumstoffwechsel der bei diesen Tieren vorliegt, führt bei nicht artgerechter Ernährung und Haltung zu besagten Problemen.

Meist ist es ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren, die dann schlussendlich zur Erkrankung führen, wie z.B:

  • Alter (v.a bei „Senioren“)
  • Erbliche Veranlagung (wobei es bei artgerechter Ernährung und Haltung selten zur Erkrankung kommt, selbst bei starker Prädisposition)
  • Wassermangel
  • Einseitige Ernährung
  • Entzündungen im Körper (u.a auch Harnwegsentzündungen und Infektionen)
  • Nierenerkrankungen
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel

In diesem Zusammenhang wird auch oft vom „Fat Lazy Rabbit Syndrome“ gesprochen, da zu den auslösenden Faktoren vor allem kalziumreiche, einseitige Ernährung, Wassermangel und Bewegungsmangel (dadurch auch Fettsucht) gehören.

Das heißt, bei großen Mengen an Kalzium (in der Trockenmasse), wird das Kalzium aus dem Darm absorbiert und die ungenutzten Teile über die Niere und Blase wieder ausgeschieden.

Wenn jedoch nicht genügend Flüssigkeit aufgenommen wird, kann das Kalzium somit nicht aus der Blase „ausgeschwemmt“ werden und kristallisiert aufgrund des basischen pH’s (8-9) der Pflanzenfresser aus.

Es wird zwischen Blasengries (Kristalle in der Blase und Urin) und Harnsteinen (je nach Lage: Nieren-, Harnleiter-, Harnblasen-, Harnröhrensteinen) unterschieden.

Zu Beginn bilden sich kleine Kristalle in der Blase, die sich schließlich zu Blasensteinen zusammenlagern. Die kleinen Kristalle können leicht an der Wand der Blase oder der Harnröhre reiben und dadurch schwere Entzündungen verursachen.

Im schlimmsten Fall verstopfen die Kristalle/Steine die Harnröhre komplett und es kann kein Urin mehr abgesetzt werden. Durch den daraus resultierenden Harnrückstau in die Niere, kann es zu einem Nierenversagen kommen.

Männliche Tiere erkranken häufiger als weibliche Tiere (bedingt durch ihre anatomische Besonderheit), wobei zu bemerken ist, dass männliche Tiere eher an Harngriesproblemen erkranken und es bei weiblichen Tieren eher zur Ausbildung von Harnsteinen kommt.

Symptome:

Die Symptome für Harngries/Blasensteine gleichen denen einer Blasenentzündung.

  • Tiere setzen häufig kleine Mengen, teils blutigen Urin ab, oftmals mit sandigen Ablagerungen.
  • Die Afterregion ist oft urinverschmiert. Der permanente Kontakt mit dem Urin kann zu sekundären Hautreizungen führen
  • Es kommt zu Schmerzen, vor allem beim Urinlassen (gekrümmter Rücken, zusammengekauerte Haltung, gesträubtes Fell, halb geschlossene Augen
  • Apathie und verminderte Futteraufnahme können ebenfalls beobachtet werden

Wenn Sie die beschriebenen Symptome bei Ihrem Liebling entdecken, sollten Sie umgehen die Tierarztpraxis Ihres Vertrauens kontaktieren. Dort kann dann mit Hilfe von Röntgen und Ultraschall schnell zwischen Blasenentzündung oder einer Harngries-/Blasensteinproblematik unterschieden werden. Eine Urinuntersuchung ist ebenfalls sinnvoll.

Werden durch die spezielle Untersuchungen Steine in der Blase diagnostiziert, so ist in den meisten Fälle eine operative Entfernung unumgänglich.

Handelt es sich um Harngries, kann mit Infusionen und unterstützenden Medikamenten versucht werden, den Blasenschlamm auszuspülen.

In beiden Fällen sind als weitere Vorsorgemaßnahme unbedingt eine artgerechte (kalziumarme) Ernährung und eine ausreichende Trinkmenge zu gewährleisten.

Blasensteine bei einem Kaninchen

Harngries bei einem Kaninchen

Blasensteine bei einem Meerschweinchen

Ernährung:

Der folgende Ernährungsplan soll Ihnen dabei helfen.

Das Wichtigste ist die Wasserzufuhr, denn je mehr Wasser aufgenommen wird, umso mehr Kalzium kann aus der Blase ausgeschwemmt werden, was verhindert, dass das Kalzium in der Blase auskristallisiert.

Eine erhöhte Wasserzufuhr kann erreicht werden, in dem man (zusätzlich zum normalen Trinkwasser!) z.B verdünnten Karottensaft, Gemüsesaft oder Obstsaft reicht. Des Weiteren kann Kräuterteee angeboten werden (z.B Blasen-Nieren-Tee, Salbeitee, Kamillentee).

Kräuter als Unterstützung für den Harnapparat (am besten frisch) enthalten generell viel Kalzium, wobei der hohe Anteil an Flüssigkeit den Urin wieder verdünnt und damit das Kalzium wieder besser ausgeschieden wird.

Wichtig dabei ist nicht unbedingt der generelle Kalziumgehalt in den Lebensmitteln, sondern das Kalzium-Phosphor-Verhältnis, welches in den Kräutern aber optimal und ausgeglichen ist.

Zu den unterstützenden Kräutern gehören:

  • Brennnessel (1 Stunden anwelken lassen, dann so reichen oder getrocknet als Tee)
  • Birkenblätter und Birkenrinde (getrocknet als Tee oder frisch)
  • Ackerschachtelhalm
  • Spargel (harntreibend)
  • Echtes Goldrutenkraut/Riesengoldrutenkraut
  • Goldrute
  • Löwenzahn (Pflanze und Wurzel als Tee; enthält zwar viel Kalzium, wirkt sich aber sehr positiv auf Blasenentzündungen aus und durch den hohen Flüssigkeitsanteil, wird das überschüssige Kalzium verdünnt und ausgeschieden)
  • Petersilienwurzel
  • Liebstöckl

Gemüse und Grünfutter soll und darf frisch und in normalen Mengen gefüttert werden, da diese auch wieder einen hohen Flüssigkeitsanteil haben.

Als Hauptfutter (2/3 der Gesamttagesmenge) kann gereicht werden:

  • Gräser, Wiesenkräuter (Spitz und Breitwegerich, Brennnessel, Wiesenbärenklau, Löwenzahn)
  • Zweige mit Blättern, Blüten, Knospen (Obstbaum, Nussbaum)
  • Zweige (Birke, Haselnuss, Weide)

Als „Ersatz“hauptfutter:

  • Bittersalate (Endivie, Chicoree, Radiccio)
  • Stangensellerie, Feldsalat, Romanasalat, Karottengrün

Als Ergänzungsfuttermittel (1/3 der Gesamttagesmenge):

  • Wurzel- und Knollengemüse (Karotte, Sellerie, Pastinake, Petersilienwurzel, Topinambur, Kohlrabi, Fenchel, Brokkoli, Blumenkohl)
  • Andere Salate (Kopfsalat, Eisbergsalat, Lollo Rosso, Eichblatt, Zuckerhut)
  • Gurke, Tomate, Zucchini
  • Küchenkräuter (Basilikum, Dill, Liebstöckel, Melisse, Oregano)
  • Kräuterarmes Heu (keine Luzerne!, da diese sehr kalziumreich)

1-2 mal wöchentliche Gabe:

  • Obst (Apfel, Birne, Banane)
  • Rote Beete, Rhabarber, Spinat, Mangold (nur in geringen Mengen und selten, da viel Oxalsäure enthält)

Ungeeignet sind:

  • Trockenfutter (Pellets, Ringe, Mais…)
  • Hartes Brot
  • Knabberstangen
  • Gekaufte Leckerlis (Grünrollis, Drops)
  • Trockengemüse
  • Getrocknete Kräuter (lieber frisch)
  • Nagersteine
  • Sesam
  • Erbsenflocken (nur in geringen Mengen als Leckerli)
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Kaninchenimpfungen

Impf – Konzepte für Kaninchen

Auch hier gilt die alte Weisheit: so wenig wie möglich aber so viel wie nötig. Bei den Kaninchenkrankheiten gegen die geimpft werden kann sollte immer der Infektionsdruck und die Gefährlichkeit der Krankheit abgewogen werden. Ebenso sollte man berücksichtigen, dass gerade bei Kaninchen Allergien und Autoimmunerkrankungen, also auch Vakkzinosen, auf dem Vormarsch sind.

KaninchenparadiesDeshalb sind beim Impfen von Kaninchen folgende Gesichtspunkte zu berücksichtigen:

1. nur ganz gesunde Tiere dürfen geimpft werden
2. mit einer gesunden Darmflora und damit einem besseren Immunsystem wird die Impfung besser vertragen
3. Freiheit von Parasiten erhöhen die Impfsicherheit, also am besten 1 Woche vor der Impfung Kot untersuchen lassen und ggf. noch entwurmen
4. Impfstoffe (möglichst) immer vom gleichen Hersteller verwenden

Myxomatose

Myxomatose

Myxomatose
Die bekannteste aller Kaninchenkrankheiten (hier erfahren Sie mehr über die Krankheit). Ein Virus, das eine Infektion der Schleimhäute im oberen Atemtrakt und an den Geschlechtsorganen macht. Es ist keine Behandlung bekannt, weder klassisch noch alternativ, die den Tod eines erkrankten Kaninchens verhindern kann. Myxomatose kann allerdings auch „harmlos“ verlaufen, dann haben die erkrankten Tiere lediglich leichte Ödeme in der Unterhaut und evtl. kleine Abszesse. Diese Tiere sind das sogenannte Reservoir und sorgen dafür, dass es immer wieder Fälle von Myxomatose gibt. Übertragen wird die Krankheit durch Stechmücken, also können auch Kaninchen, die nur im Haus leben, betroffen werden. Deswegen sollten meines Erachtens alle Kaninchen gegen Myxomatose geimpft werden. Nach der ersten Impfung wird 3-4 Wochen später geboostert (Wiederholungsimpfung, die den Antikörpertiter vervielfacht). Myxomatose muss dann alle 4 Monate geimpft werden.
Früher wurde zwar nur 1 x jährlich im Frühjahr geimpft, jedoch reicht das bei dem heutigen Infektionsdruck und der steigenden Aggressivität des Erregers nicht mehr aus.
Myxomatose kann mit der Impfung gegen RHD kombiniert werden, aber nicht mit der Impfung gegen Kaninchenschnupfen. Untersuchungen haben ergeben, dass beide Impfungen, zusammen verabreicht, sich gegenseitig derart schwächen, dass der Patient mitunter weder gegen Myxomatose noch gegen Kaninchenschnupfen geschützt ist.

Ein für RHD typisches Röntgenbild

Ein für RHD typisches Röntgenbild

RHD – Chinaseuche
Ausgesprochen Rabbit haemorrhagic Disease oder Chinaseuche weil die Krankheit dort zum ersten Mal beschrieben wurde. Auch ein Virus, dass sich seuchenhaft ausbreitet und hauptsächlich die Schleimhäute der Atemwege aber auch des Magendarmtraktes befällt. Äußerlich sieht man den Patienten kaum etwas an. Meist sterben die erkrankten Tiere schnell und unerwartet. Übertragen wird der Erreger meist Kaninchenkot, aber auch eine Übertragung durch Stechmücken ist wahrscheinlich.
Inzwischen führt auch der neue Stamm RHD2 zu Infektionen in unseren Breitengraden. Zum Schutz vor diesem Stamm gibt es zwei Möglichkeiten:
1. der bekannte Impfstoff gegen Cunivak RHD wird anstatt ein mal jährlich alle sechs Monate geimpft. Dadurch kann zwar eine Infektion nicht immer verhindert werden, aber die Mortalität also Sterblichkeit, sinkt deutlich. Nach der Erstimpfung muss eine Boosterung nach 3-4 Wochen erfolgen.
2. Impfung mit dem neuen Impfstoff Filavac ein mal jährlich. Dieser Impfstoff ist ausreichend getestet, hat aber seine Wirksamkeit im Feld, also außerhalb von standardisierten Testgruppen, noch nicht erwiesen.
Beide Impfstoffe können mit der Impfung gegen Myxomatose (Cunivak Myxo) kombiniert werden (aber niemals in 1 Spritze).

Kaninchenschnupfen
Beteiligt an dieser Krankheit sind, ähnlich wie bei Hund und Katze, mehrere Erreger. Ein besonders aggressiver Erreger sind Bakterien der Spezies Pasteurella. Sie sind nur direkt durch Kontakt der Kaninchen untereinander übertragbar. Dafür wird ein Kaninchen, das Kontakt mit einem Schnupfenkaninchen hat, mit fast 100%iger Sicherheit angesteckt. Empfehlenswert ist diese Impfung also für jene Tiere, die Kontakt haben, bzw. haben könnten, mit Kaninchen, die an Schnupfen leiden. Das sind meist Tiere, die in größeren Verbänden gehalten werden oder wenn bei einem Zukauf ein infiziertes Tier eine Rolle spielt.
Auch hier wird 3-4 Wochen nach der Grundimmunisierung geboostert und dann alle 6 Monate wiederholt. Die Impfung gegen Kaninchenschnupfen muss getrennt von den anderen beiden Krankheiten vorgenommen werden.

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Ernährung des Hundes

 

 

Viele Krankheiten des Hundes sind auf das Überangebot an Nahrung zurückzuführen. In der Natur frisst der Wolf oder der Wildhund ca. 1 x pro Woche. Das was er tagsüber sonst noch so findet sind Kleinigkeiten. So kann sich der Darm immer wieder selbst entschlacken, sprich die Bakterien regeln sich selbst, Darmkeime wie E.coli und Clostridien können sich nicht zu stark vermehren. Erst bei einem Überangebot, wie es bei heutiger Ernährung üblich ist, bilden sich mehr Rückstände im Darm, die Nährboden für ebendiese Bakterien sind. Damit ist es für unsere Hunde sehr wichtig, dass sie bei täglicher Ernährung möglichst hochverdauliche Futtermittel erhalten, die möglichst standardisiert sind. Die Konstanz der Darmflora des Fleischflessers ist genau davon abhängig. Jeden Tag dasselbe hört sich langweilig an, ist aber gesünder. Ein Fastentag ca. alle 2 Wochen ist absolut zu empfehlen. Aus diesen Gründen empfehlen wir prinzipiell die Ernährung von Hunden mit einem gut konzipierten Trockenfutter (z.B. die Supreme-Linie der Firma Happy dog „Neuseeland, „Toskana“ etc., ein Trockenfutter von Vet-Concept oder Trockenfutter von 5E – Das gesunde Tier).

Gesunde Ernährung mit Trockenfutter ist einfach erklärt: maximal die empfohlene Menge Trockenfutter in der Zeit zwischen acht bis siebzehn Uhr (ob man 1 x tgl. füttert oder mehrere Portionen am Tag ist nicht wichtig, der Hund darf das selbst entscheiden), nicht einweichen, Wasser separat, 10 kleine Leckerli tgl. (kleinfingernagelgroße Stückchen getrocknetes Fleisch z.B. Lammleckerli), abends eine Kaueinheit (getrocknete Kauartikel wie Ochsenziemer o.Ä.).

In Ausnahmefällen hat sich selbstgemachte biodynamische Ernährung bewährt, dabei gibt es allerdings aufgrund der Verdaulichkeit einige Regeln zu beachten und wichtige Zusätze hinzuzufügen.

  1. stabile Rezepturen – wie gesagt reagiert die Darmflora des Fleischflessers sehr sensibel auf Veränderungen, also sollte die Zusammensetzung des Futters immer gleich sein, am besten stellt man eine größere Menge der Mischung her und teilt sie dann auf.
  2. richtige Zusammensetzung – das Verhältnis von Eiweiß, Kohlenhydraten und Fetten ist sehr wichtig. Zu viel von dem einen, zu wenig von dem anderen fördert die Bildung von Rückständen im Darm und damit das Bakterienwachstum. Kohlenhydrat- und Proteingrundlage sollte 1:1 gemischt werden (Fette sind in beiden Komponenten genügend vorhanden)
  3. nicht zu viel – hier besteht ein Hauptproblem bei selbstgemachter Hundenahrung. Von Natur aus hat der Hund ein sehr spätes Sättigungsgefühl. Das liegt daran, dass der Wildhund/Wolf ca. 1 x pro Woche frisst, sich dann aber sattfrisst. Das heißt die meisten Hunde können mehr fressen als ihnen gut tut. Entscheidend beim Hund ist letztendlich das Volumen. Ein Hund von ca. 10 kg erhält tgl. ca. 1 gute Männerhand. Die Gewichtskontrolle verrät, ob die Dosierung nach oben oder unten angepasst werden muss.

Substanzen Darmaktivierungskur

Substanzen Darmaktivierungskur

Rezeptur

Kohlenhydratgrundlagen: weichgekochter Reis, Happy dog „leichte Flocke“, Vet-Concept Grain-Flakes, Vollkornreis, Hirse, Weizenkleie

Proteingrundlagen: tiefgefrorene Fleischmischung (wichtig ist die Mischung, sollte auch Magen enthalten, nicht reines Protein), Rinti-Dose, Vet-Concept Dose

Kohlenhydratgrundlage und Proteingrundlage 1:1 mischen, dann folgende Substanzen daruntermischen

Darm-Dyn: 1 Esslöffel pro 10 kg>
PK Kräuterhefe: 2-3 ml pro 10 kg
Lachsöl mit Hanf: 1 Pumpenstoß pro 10 kg

Fütterung: möglichst 1 x tgl., maximal 2 x tgl., nicht nach 18 Uhr

häufige Fehlerquellen

zu viel Protein: Protein ist eine Hauptnahrungsquelle für Darmkeime des Fleischfressers, wenn Protein nicht komplett verdaut wird führt dies zu Bakterienwachstum im Darm

Feuchtfutter/Trockenfutter einweichen: das Wasser umgibt die Proteine, die Magensäure möchte diese Proteine aber vorverdauen, denaturieren, wenn dies nicht vollständig passiert, wird entweder mehr Magensäure produziert als notwendig, es kommt zu Magenschleimhautreizungen, oder die Proteine kommen schlecht vorverdaut in den Darmtrakt, dort bilden sie dann wieder unnötige Rückstände und damit Nahrung für Faekalkeime. Wasser sollte trotzdem separat immer zur Verfügung stehen. Die meisten Hunde trinken nicht zeitgleich mit dem Fressen, aber manchmal braucht der Magen ein bischen Wasser. Der Hund kann das sehr gut selbst einschätzen.

Gemüse- oder Obstzusätze: der Fleischflesser hat kein Enzym, um Pflanzenkost zu verdauen, pflanzliche Zellen bestehen zu 90% aus Zellulose. Bei den Pflanzenfressern wird diese Zellulose von bestimmten Darmbakterien gespalten und so für den Körper nutzbar gemacht. Diese Bakterien sollten im Fleischfresserdarmtrakt allerdings nicht vorkommen.

Leckerli/vom Tisch: bedenken sie, dass jedes Leckerli von der Hauptnahrung abgezogen werden muss, aufgrund seines starken Proteingehalts ungefähr in doppelter Menge. Wir empfehlen möglichst kleine trockene Leckerli. Es gibt aus jedem Protein ca. kleinfingernagelgroße Stückchen getrocknetes Fleisch, davon 5-10 Stück pro Tag reichen als Belohnung, auch aus Erziehungsgründen, zu häufige Belohnung stumpft ab. Abends einen Kauknochen.

Machen Sie sich doch mal den Spaß und rechnen Sie die Futter- und Leckerlimenge ihres Hundes auf ihr Gewicht hoch. Ein 10kg Hund soll ca. 150g Trockenfutter täglich fressen. Das entspricht bei einem „normalen Menschen“ von ca. 70kg ca. 1 kg, wohlgemerkt Trockenfutter. Dann noch ein paar Leckerli, also ein daumenstück großes Stück Fleischwurst entspricht ca. 1 Tafel Schokolade. Dann wird das Überangebot, mit dem unser Freund täglich konfrontiert wird, sehr schnell klar.

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Feline infektiöse Peritonitis

Was ist FIP?

FIP heißt übersetzt feline (für Katzen) infektiöse (ansteckende) Peritonitis (Bauchfellentzündung). Diese Krankheit wird ausgelöst durch sogenannte Coronaviren. Ein anderer Stamm der Coronaviren löst z.B. auch SARS (Lungenseuche) beim Menschen aus. Das Virus der Katze kommt in 2 Varianten vor. Die erste Variante parasitiert im Darm und löst dort Entzündungen aus. Diese ist relativ harmlos. Die zweite Variante ist die gefährlichere, aus der auch FIP entsteht. Dieses Virus befällt hauptsächlich die sogenannten serösen Häute, hauptsächlich Bauchfell und Lungenfell, verändert dort die Erbsubstanz der Zellen und befiehlt diesen Zellen eine Flüssigkeit zu produzieren und diese in den Hohlraum (Bauch, Brustkorb) abzugeben. Die inneren Organe, hauptsächlich Leber aber auch die Nieren, Milz, Herz, Gehirn, Augen, zeigen starke Entzündungserscheinungen. Das fatale an diesen Viren ist, dass sich aus der ersten Form (Darmform) durch Spontanmutation die zweite (FIP-Form) entwickeln kann. Inzwischen geht man davon aus, dass sich Katzen ausschließlich mit der Darmform infizieren. Das Virus ist in der Außenwelt nicht sehr überlebensfähig. Z.B. reicht 20 Minuten Bestrahlung mit Sonnenlicht aus, das Virus abzutöten. Neuerdings wird diskutiert, dass auch der Mensch Überträger sein kann. Es gibt offensichtlich Menschen, die Träger des felinen Coronavirus sind ohne zu erkranken.

Was sagen die Tests?

Es gibt zwei Möglichkeiten eine Infektion mit Coronaviren zu belegen. Einerseits kann man das Virus selbst im Kot, im Blut oder in der Flüssigkeit aus dem Bauch- bzw. Thorax nachweisen, andererseits gibt es einen Nachweis für Antikörper gegen Coronaviren. Beim Direktnachweis des Virus (PCR) kann man definitiv sagen, dass das Virus im Kot, Blut bzw. Bauchwasser vorhanden ist. 2.)Im Falle des Nachweises der Antikörper lautet die korrekte Aussage: das Tier hat oder hatte Kontakt mit Coronaviren. In beiden Fällen ist es allerdings so, dass man nicht sagen kann welche Form des Virus (Darm oder Fip) vorliegt. Das heißt die Interpretation der Tests ist stark abhängig von der klinischen Untersuchung und eventuellen weiteren Tests (Alb/Glob-Verhältnis, Leberwerte, Eisessigprobe, Proteinelektrophporese). Das bedeutet, dass das Tier nicht unbedingt erkranken muss. Und: ein negativer Test ist nicht beweisend für das Nichtvorliegen einer Infektion.

Mit dem Direktnachweis der Viren im Kot untersucht man, ob eine Katze ein sogenannter Ausscheider ist, also infektiös für andere Katzen. So kann man nicht nur die anderen Katzen schützen, sondern eventuell auch noch rechtzeitig einschreiten und durch geeignete Maßnahmen (s. Therapie) die Vermehrung der Darmviren aufhalten.

Was ist bei der Impfung zu beachten?

Es gibt einen Impfstoff, der abgetötete Viren der Darmform enthält. Er wird in die Nase appliziert, weil hier die erste Virusvermehrung stattfindet. Dort wird eine lokale Immunität aufgebaut aufgrund der es später zu Antikörperbildung im Blut kommt. Der Impfschutz beträgt leider nur 60%. Allerdings denke ich 60% ist besser als 0%. Vorher sollte auf jeden Fall ein Antikörpertest gemacht werden. Früher nahm man an, dass auch durch die Impfung FIP ausgelöst werden könne. Dies war eine These, die nie belegt werden konnte. Deswegen gilt der Impfstoff heutzutage als absolut sicher.

Kann man FIP behandeln?

Thoraxerguss aufgrund von FIP

FIP gehört laut der Schulmedizin zu den unheilbaren Krankheiten. Das heißt es gibt kein Medikament, was in der Lage ist das Virus zu töten oder in seiner Wirkung zu beeinträchtigen. Es wurden schon die verschiedensten Dinge ausprobiert. Eine Therapie mit hochdosierten Kortisonen kann den Verlauf der Krankheit manchmal hinaus zögern. Allerdings nicht sehr lange – maximal ein halbes Jahr. Therapieversuche mit felinem Interferon waren nicht erfolgreich. Wie bei allen Viruserkrankungen gibt es nur eine Möglichkeit zur Heilung: der Körper muss das Virus eliminieren. Das passiert ganz selten sogar von ganz alleine (sogenannte Spontanheilungen). Wir können den Körper dabei unterstützen. Wichtig dabei ist, dass das Immunsystem unterstützt und gestärkt wird. Hier gibt es verschiedene Ansätze. Neue hoffnungsvolle Ergebnisse liefert die sogenannte photodynamische Therapie. Hier wird ein Medikament per Laserbestrahlung angeregt ein Sauerstoffradikal zu bilden, dass Viren abtöten kann.

Die Darmform ist relativ gut und einfach zu behandeln. Die Ernährung sollte auf ausschließlich hochverdauliches Trockenfutter umgestellt werden, um die Darmflora möglichst günstig zu beeinflussen und damit das Immunsystem zu stärken. Zudem können darmflorastabilisierende Substanzen gegeben werden, z.B. Intestinum liquid. Schließlich fügt man dem Futter noch ein Pulver bei: L-Lysin ist eine Aminosäure, die bei der Vermehrung der Viren in deren Hülle eingebaut wird und sie damit löchrig macht, so dass die Viren nicht überlebensfähig sind.

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Strengere Vorschriften bei Antibiotika

In der Diskussion um multiresistente Keime richtete sich in den letzten Jahren das Augenmerk vermehrt auf den tierärztlichen Gebrauch von Antibiotika vor allem in der Produktion von Fleisch und tierischen Produkten. Sicherlich ist dies nicht der einzige Grund für das Entstehen dieser Bakterienstämme. Trotzdem ist es folgerichtig, dass hier etwas passieren musste. Deshalb war die Idee, den Gebrauch von Antibiotika, insbesondere sogenannter Reserveantibiotika , möglichst zu vermeiden oder zumindest strengeren Auflagen zu unterziehen. Letztendlich geht es um die Umsetzung des Hinweises im Beipackzettel eines Antibiotikums, dass eigentlich jeder Einsatz eines Antibiotikums nach Antibiogramm erfolgen sollte.

Probenentnahme aus dem Auge

Die neue Regelungen betrifft den Einsatz von Reserveantibiotika (Fluorchinolone und Cephalosporine der dritten und vierten Generation) bei lebensmittelproduzierenden Tieren (Huhn, Pute, Rind, Schwein, Pferd) sowie Hund und Katze, ausgenommen herrenlose Katzen. Wenn Sie Besitzer von Kaninchen, Meerschweinchen, Mäusen, Reptilien, Amphibien oder anderen Kleintieren (außer Hund und Katze) sind, können Sie sich beruhigt zurücklehnen oder bei Gefallen weiterlesen. Für Besitzer von Hunden und Katzen wird es jetzt interessant. Die Verordnung besagt nämlich, dass, wenn wir ein oben genanntes Reserveantibiotikum bei ihrem Tier einsetzen möchten, wir unbedingt einen Erregernachweis und ein Antibiogramm benötigen. Es sei denn die Gesundheit des Patienten ist durch die Probenentnahme gefährdet oder es steht kein geeigneter Test zur Bestimmung des Erregers zur Verfügung. Bei diesen Ausnahmen sind wir allerdings zu sorgfältigster Dokumentation verpflichtet. Das gleiche gilt, wenn wir während der Behandlung einer Erkrankung, das Antibiotikum wechseln möchten, auch wenn es kein Reserveantibiotikum ist. Zumindest dürfen wir das Reserveantibiotikum einsetzen, sobald wir einen Resistenztest einleiten, so dass keine Zeit verloren geht (was die Verordnung an sich allerdings in der Praxis ad absurdum führt).

Probenentnahme aus dem Ohr

Unter Tierärzten wird viel über Sinn und Unsinn dieser Neufassung der TÄHAV diskutiert. Allerdings ist sie trotz Widerstand der Tierärzteschaft jetzt in Kraft getreten mit der Begründung, dass im Gremium Tierärzte vertreten waren. Wir selbst möchten uns an dieser Stelle mit unserer Meinung zu dem Thema zurückhalten. Allerdings möchten wir darauf hinweisen, dass wir mit den uns und Ihnen als Tierbesitzer anfallenden Mehraufwand und -kosten nicht einverstanden sind. Wir müssen uns der Verordnung aber beugen und werden das auch tun. Ebenso fragen wir uns nach wie vor, wie Hund und Katze in die Liste der betroffenen Tiere geraten konnten. Das konnte bisher noch niemand plausibel erklären.

Es wird also in Zukunft häufiger zum Anfertigen eines Antibiogramms kommen, was für den Patienten selber sicherlich nicht schlecht ist, aber letztendlich ihren Geldbeutel belastet und das Ergebnis meist durch die klinische Überprüfung der Symptomatik sinnlos erscheinen lässt. Deshalb möchten wir auch erwähnen, dass wir selbst am Antibiogramm nichts verdienen. Die Differenz zum Laborpreis deckt gerade mal unsere Kosten.

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