Facebook
Categories Menu

Feline infektiöse Peritonitis

Was ist FIP?

FIP heißt übersetzt feline (für Katzen) infektiöse (ansteckende) Peritonitis (Bauchfellentzündung). Diese Krankheit wird ausgelöst durch sogenannte Coronaviren. Ein anderer Stamm der Coronaviren löst z.B. auch SARS (Lungenseuche) beim Menschen aus. Das Virus der Katze kommt in 2 Varianten vor. Die erste Variante parasitiert im Darm und löst dort Entzündungen aus. Diese ist relativ harmlos. Die zweite Variante ist die gefährlichere, aus der auch FIP entsteht. Dieses Virus befällt hauptsächlich die sogenannten serösen Häute, hauptsächlich Bauchfell und Lungenfell, verändert dort die Erbsubstanz der Zellen und befiehlt diesen Zellen eine Flüssigkeit zu produzieren und diese in den Hohlraum (Bauch, Brustkorb) abzugeben. Die inneren Organe, hauptsächlich Leber aber auch die Nieren, Milz, Herz, Gehirn, Augen, zeigen starke Entzündungserscheinungen. Das fatale an diesen Viren ist, dass sich aus der ersten Form (Darmform) durch Spontanmutation die zweite (FIP-Form) entwickeln kann. Inzwischen geht man davon aus, dass sich Katzen ausschließlich mit der Darmform infizieren. Das Virus ist in der Außenwelt nicht sehr überlebensfähig. Z.B. reicht 20 Minuten Bestrahlung mit Sonnenlicht aus, das Virus abzutöten. Neuerdings wird diskutiert, dass auch der Mensch Überträger sein kann. Es gibt offensichtlich Menschen, die Träger des felinen Coronavirus sind ohne zu erkranken.

Was sagen die Tests?

Es gibt zwei Möglichkeiten eine Infektion mit Coronaviren zu belegen. Einerseits kann man das Virus selbst im Kot, im Blut oder in der Flüssigkeit aus dem Bauch- bzw. Thorax nachweisen, andererseits gibt es einen Nachweis für Antikörper gegen Coronaviren. Beim Direktnachweis des Virus (PCR) kann man definitiv sagen, dass das Virus im Kot, Blut bzw. Bauchwasser vorhanden ist. 2.)Im Falle des Nachweises der Antikörper lautet die korrekte Aussage: das Tier hat oder hatte Kontakt mit Coronaviren. In beiden Fällen ist es allerdings so, dass man nicht sagen kann welche Form des Virus (Darm oder Fip) vorliegt. Das heißt die Interpretation der Tests ist stark abhängig von der klinischen Untersuchung und eventuellen weiteren Tests (Alb/Glob-Verhältnis, Leberwerte, Eisessigprobe, Proteinelektrophporese). Das bedeutet, dass das Tier nicht unbedingt erkranken muss. Und: ein negativer Test ist nicht beweisend für das Nichtvorliegen einer Infektion.

Mit dem Direktnachweis der Viren im Kot untersucht man, ob eine Katze ein sogenannter Ausscheider ist, also infektiös für andere Katzen. So kann man nicht nur die anderen Katzen schützen, sondern eventuell auch noch rechtzeitig einschreiten und durch geeignete Maßnahmen (s. Therapie) die Vermehrung der Darmviren aufhalten.

Was ist bei der Impfung zu beachten?

Es gibt einen Impfstoff, der abgetötete Viren der Darmform enthält. Er wird in die Nase appliziert, weil hier die erste Virusvermehrung stattfindet. Dort wird eine lokale Immunität aufgebaut aufgrund der es später zu Antikörperbildung im Blut kommt. Der Impfschutz beträgt leider nur 60%. Allerdings denke ich 60% ist besser als 0%. Vorher sollte auf jeden Fall ein Antikörpertest gemacht werden. Früher nahm man an, dass auch durch die Impfung FIP ausgelöst werden könne. Dies war eine These, die nie belegt werden konnte. Deswegen gilt der Impfstoff heutzutage als absolut sicher.

Kann man FIP behandeln?

Thoraxerguss aufgrund von FIP

FIP gehört laut der Schulmedizin zu den unheilbaren Krankheiten. Das heißt es gibt kein Medikament, was in der Lage ist das Virus zu töten oder in seiner Wirkung zu beeinträchtigen. Es wurden schon die verschiedensten Dinge ausprobiert. Eine Therapie mit hochdosierten Kortisonen kann den Verlauf der Krankheit manchmal hinaus zögern. Allerdings nicht sehr lange – maximal ein halbes Jahr. Therapieversuche mit felinem Interferon waren nicht erfolgreich. Wie bei allen Viruserkrankungen gibt es nur eine Möglichkeit zur Heilung: der Körper muss das Virus eliminieren. Das passiert ganz selten sogar von ganz alleine (sogenannte Spontanheilungen). Wir können den Körper dabei unterstützen. Wichtig dabei ist, dass das Immunsystem unterstützt und gestärkt wird. Hier gibt es verschiedene Ansätze. Neue hoffnungsvolle Ergebnisse liefert die sogenannte photodynamische Therapie. Hier wird ein Medikament per Laserbestrahlung angeregt ein Sauerstoffradikal zu bilden, dass Viren abtöten kann.

Die Darmform ist relativ gut und einfach zu behandeln. Die Ernährung sollte auf ausschließlich hochverdauliches Trockenfutter umgestellt werden, um die Darmflora möglichst günstig zu beeinflussen und damit das Immunsystem zu stärken. Zudem können darmflorastabilisierende Substanzen gegeben werden, z.B. Intestinum liquid. Schließlich fügt man dem Futter noch ein Pulver bei: L-Lysin ist eine Aminosäure, die bei der Vermehrung der Viren in deren Hülle eingebaut wird und sie damit löchrig macht, so dass die Viren nicht überlebensfähig sind.

Mehr

Strengere Vorschriften bei Antibiotika

In der Diskussion um multiresistente Keime richtete sich in den letzten Jahren das Augenmerk vermehrt auf den tierärztlichen Gebrauch von Antibiotika vor allem in der Produktion von Fleisch und tierischen Produkten. Sicherlich ist dies nicht der einzige Grund für das Entstehen dieser Bakterienstämme. Trotzdem ist es folgerichtig, dass hier etwas passieren musste. Deshalb war die Idee, den Gebrauch von Antibiotika, insbesondere sogenannter Reserveantibiotika , möglichst zu vermeiden oder zumindest strengeren Auflagen zu unterziehen. Letztendlich geht es um die Umsetzung des Hinweises im Beipackzettel eines Antibiotikums, dass eigentlich jeder Einsatz eines Antibiotikums nach Antibiogramm erfolgen sollte.

Probenentnahme aus dem Auge

Die neue Regelungen betrifft den Einsatz von Reserveantibiotika (Fluorchinolone und Cephalosporine der dritten und vierten Generation) bei lebensmittelproduzierenden Tieren (Huhn, Pute, Rind, Schwein, Pferd) sowie Hund und Katze, ausgenommen herrenlose Katzen. Wenn Sie Besitzer von Kaninchen, Meerschweinchen, Mäusen, Reptilien, Amphibien oder anderen Kleintieren (außer Hund und Katze) sind, können Sie sich beruhigt zurücklehnen oder bei Gefallen weiterlesen. Für Besitzer von Hunden und Katzen wird es jetzt interessant. Die Verordnung besagt nämlich, dass, wenn wir ein oben genanntes Reserveantibiotikum bei ihrem Tier einsetzen möchten, wir unbedingt einen Erregernachweis und ein Antibiogramm benötigen. Es sei denn die Gesundheit des Patienten ist durch die Probenentnahme gefährdet oder es steht kein geeigneter Test zur Bestimmung des Erregers zur Verfügung. Bei diesen Ausnahmen sind wir allerdings zu sorgfältigster Dokumentation verpflichtet. Das gleiche gilt, wenn wir während der Behandlung einer Erkrankung, das Antibiotikum wechseln möchten, auch wenn es kein Reserveantibiotikum ist. Zumindest dürfen wir das Reserveantibiotikum einsetzen, sobald wir einen Resistenztest einleiten, so dass keine Zeit verloren geht (was die Verordnung an sich allerdings in der Praxis ad absurdum führt).

Probenentnahme aus dem Ohr

Unter Tierärzten wird viel über Sinn und Unsinn dieser Neufassung der TÄHAV diskutiert. Allerdings ist sie trotz Widerstand der Tierärzteschaft jetzt in Kraft getreten mit der Begründung, dass im Gremium Tierärzte vertreten waren. Wir selbst möchten uns an dieser Stelle mit unserer Meinung zu dem Thema zurückhalten. Allerdings möchten wir darauf hinweisen, dass wir mit den uns und Ihnen als Tierbesitzer anfallenden Mehraufwand und -kosten nicht einverstanden sind. Wir müssen uns der Verordnung aber beugen und werden das auch tun. Ebenso fragen wir uns nach wie vor, wie Hund und Katze in die Liste der betroffenen Tiere geraten konnten. Das konnte bisher noch niemand plausibel erklären.

Es wird also in Zukunft häufiger zum Anfertigen eines Antibiogramms kommen, was für den Patienten selber sicherlich nicht schlecht ist, aber letztendlich ihren Geldbeutel belastet und das Ergebnis meist durch die klinische Überprüfung der Symptomatik sinnlos erscheinen lässt. Deshalb möchten wir auch erwähnen, dass wir selbst am Antibiogramm nichts verdienen. Die Differenz zum Laborpreis deckt gerade mal unsere Kosten.

Mehr

Allergien bei Hund und Katze

Allergie ist ein Begriff, der aus dem griechischen stammt: allos=anders – ergo=ich arbeite. Dieser Begriff ist also eine Beschreibung für Prozesse im Körper, die anders laufen als sie es normalerweise täten. Gemeint ist hier vor allem das Immunsystem, das Stoffe, die es eigentlich nicht als gefährlich einstuft, plötzlich zu Feinden macht und bekämpfen will. Warum tut es das? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir wie bei so vielen Dingen im Darm anfangen.

Gemeinhin bekannt ist, dass 80% Prozent des Immunsystems im Darm gebildet wird. Dort gibt es spezifische Immunzentren (Peyersche Platten), die die Mehrheit unserer Immunzellen bilden. Auf der Gegenseite steht der Darminhalt mitsamt seinen Bakterien und Stoffen, die mit der Nahrung aufgenommen werden. Die Oberfläche des Darms ist um deutlich mehr als das hundertfache größer als die Körperoberfläche. Man kann sich also vorstellen, was hier für ein Austausch mit der Umwelt stattfindet. Darminhalt ist ja letztendlich auch „außerhalb“ des Körpers.

Bei ausgewogener biodynamischer Ernährung (wir empfehlen Trockenfutter der Firmen Happy dog/cat, Vet-Concept oder 5-Elemente) bleibt die Darmflora gesund und es richtet sich ein Gleichgewicht zwischen Immunsystem und Bakterien ein. Das Immunsystem kann lernen, gefährliche Stoffe (Gifte, Krankheitserreger) von ungefährlichen Stoffen (Darmbakterien, Nahrungsmittel) zu unterscheiden und adäquat zu reagieren.

Pododermatitis mit Nagelfalzseborrhoe bei Allergie

Pododermatitis mit Nagelfalzseborrhoe bei Allergie

Bei Fehlernährung oder dauerhafter Aufnahme von Giftstoffen durch die Nahrung (zum Beispiel chemische Konservierung mit BHT, BHA oder Ethoxyquin) wird die Darmflora belastet und das Immunsystem geschwächt. Bei Feuchtfutter, vielen Leckerli und zu hohem Proteingehalt bilden sich im Darm vermehrt Rückstände, auf denen Bakterien wachsen können. Aus harmlosen Bakterien können durch Zellteilung mit Mutation gefährliche Krankheitserreger entstehen. Das passiert in jedem Darm mehrere hundert Male am Tag. Das Immunsystem und die „guten“ Darmbakterien halten dieses Wachstum im Zaum. Aber wenn die Darmflora mal entgleist oder das Immunsystem durch Chemie belastet ist, greifen diese Mechanismen nicht mehr so gut wie üblich. Ein weiterer Nebeneffekt ist, dass sich auch „gute“ Darmbakterien im Übermaß vermehren. So viel, dass sich das Immunsystem anfängt dagegen zu wehren. Der erste Schritt Richtung Allergie. Das Immunsystem wehrt sich gegen Bakterien, die es eigentlich tolerieren soll. Durch die Entgleisung der Darmflora siedelt sich dann oft noch ein Candida-Pilz im Darm an, einer der stärksten Allergieauslöser. Letztendlich weiß das Immunsystem gar nicht mehr woran es ist und bildet Antikörper zum Beispiel gegen Staphylokokken (Hautbakterien, die eigentlich dem Schutz der Haut dienen) oder gegen Futtermittelbestandteile (meist Proteine aber oft auch Kohlenhydrate) oder sogar gegen körpereigene Strukturen (das nennt man dann Autoimmunkrankheit).

Allergien spielen sich nicht ausschließlich auf der Haut ab. Hinweis auf allergische Erkrankungen können auch chronische Ohrentzündungen, „therapieresistente“ Durchfälle oder Erkrankungen des Atmungsapparates und vieles mehr sein. Allergien können vielfältige Symptome auslösen.Oftmals kann das Allergen gar nicht in Zusammenhang gebracht werden mit der Krankheit. Wer denkt schon an eine Allergie gegen Hühnerprotein, wenn der Patient eine Ohrentzündung hat (und das ist die wahrscheinlichste Kombination).

Diagnostik

Blutbild Allergie1

Allergiebedingte Veränderungen im Blutbild: Harnstoff erhöht, „dickes Blut“, schwache Bauchspeicheldrüse (darmvermittelte Allergie)

Für die ganzheitliche Medizin ist es wichtig, alle möglichen Befunde, die den Körper angehen, zu erheben. Im allopathischen Sinne ist eine Allergie ein Verlust der Ordnung der energetischen Zusammenhänge im Körper und seiner Entgiftungsorgane. Dafür ist es wichtig, ebendiese zu untersuchen. Der Darm spielt in 99% der Fälle eine entscheidende Rolle, meist gepaart mit Entgiftungsblockaden der Niere oder der Leber. Aus diesen Gründen ist ein großes Blutbild immer sinnvoll. Bei der Untersuchung der einzelnen Allergien gibt es verschiedene Methoden. Nützlich ist eine Abklärung über Antikörper im Speziallabor. Neben den wichtigsten allergenen Stoffen, den Bestandteilen von Futtermitteln, kann man nach allen möglichen anderen Allergien suchen. Je nachdem wie sinnvoll das ist, entscheidet im Einzelfall am besten der Fachmann. Im Dunkelfeldmikroskop kann man zudem die Interaktion von weißen und roten Blutkörperchen beurteilen sowie spezifischen Noxen erkennen (hier ist das Verfahren noch mal genauer erklärt). Eine weitere sehr differenzierende Methode der Allergieaustestung bietet uns die Bioresonanz. Hierbei werden biomagnetische Schwingungen des Körpers gemessen. Neben Allergiebereitschaften wird der Körper oftmals auch nach er chinesischen 5-Elemente-Lehre und möglichen anderen Störungen untersucht. Für die Untersuchung reicht ein Blutstropfen auf einem Tupfer. Letztendlich können Abstriche von Haut oder Ohren weiter Erklärungen über die vorhandene Bakterienflora liefern. Diese ist aber letztendlich nicht Auslöser, sondern lediglich Begleiter der Allergie. Trotzdem ist es manchmal sinnvoll zu wissen, was da so alles lebt auf der Haut.
Wichtig ist, jeden Patienten als Individuum zu diagnostizieren und behandeln.

Diagnostik: großes Blutbild, Allergietest Antikörper, Dunkelfeldmikroskopie, Bioresonanz, Bakteriologie/Mykologie

Therapie:

kanllrote Schleinhäute - das überschießende Leber-Yang muss unbedingt in die Therapie mit einbezogen werden

knallrote Schleimhäute – das überschießende Leber-Yang muss unbedingt in die Therapie mit einbezogen werden

Die ganzheitliche Tiermedizin arbeitet daraufhin, die Blockaden im Körper zu lösen und mögliche Störfaktoren zu beseitigen. Letztendlich wäre das optimale Ergebnis, die Allergie zu löschen. Früher, als es noch nicht so viele Allergiefuttermittel auf dem Markt gab, war das die einzige Möglichkeit, eine Allergie zu behandeln. Es war tatsächlich möglich einen Hund, der auf Rind allergisch war, mit Rind zu ernähren. Heutzutage sind die Allergien „aggressiver“. Eine solch extreme Desensibilisierung ist kaum noch möglich. Deshalb ist es auf jeden Fall sinnvoll, die Ernährung auf die bestehenden Allergien einzustellen. Die weitere Therapie ist von Fall zu Fall sehr unterschiedlich. Meist nutzen wir die Kraft des eigenen Blutes. Auf den Blutkörperchen sind Antigenstrukturen vorhanden, mit denen sich der Körper auseinandersetzt. Eine Injektion dieses Blutes unter die Haut bewirkt eine Reaktion des Immunsystems. Aber nicht wie beispielsweise bei einer Impfung, dass milliarden Antikörper gebildet werden, sondern viel mehr wird das Immunsystem moduliert. Es setzt sich mit seinen Fehlern auseinander und soll daraus lernen. Unterstützend können verschiedenste Medikamente eingesetzt werden: Phytotherapie, Mykotherapie, Homöopathie oder orthomolekulare Nährstoffe. Das Bioresonanzgerät, mit dem wir die Diagnose verfeinern, kann auch zur Behandlung eingesetzt werden. Dabei werden die falschen biomagnetischen Schwingungen gemessen, invertiert und in den Körper zurückgeschickt. Zum Abschluss desensibilisieren wir meistens mit einem Konzentrat aus dem eigenen Blut.

Therapie: konsequente Ernährung, Eigenblut nativ, Desensibilisierung, Bioresonanz, Phytotherapie, Mykotherapie, Homöopathie, orthomolekulare Nährstoffe

Mehr

Konjunktivitis follicularis

typische Follikel auf der Bindehaut

typische Follikel auf der Bindehaut

Fast täglich werden uns in der Praxis junge Hunde mit Augenproblemen vorgestellt. Augenerkrankungen sind ein heikles Thema, weil für uns Menschen der Visus ein sehr wichtiger Sinn ist. Der Hund ist nicht so sehr abhängig von der Sehkraft wie der Mensch, aber natürlich sollte man Probleme mit den Augen nicht auf die leichte Schulter nehmen. Gerade bei jungen Hunden muss mit aller Vorsicht der Ursache auf den Grund gegangen werden. Zum Beispiel führen einige Veränderungen der Wimpern oder Augenlider zu Augenentzündungen. Am häufigsten handelt es sich aber um die sogenannte Konjunktivitis follicularis. Hierbei wird viel zu oft auf Antibiotika und Cortison zurückgegriffen wird als nötig, und das gerade bei jungen Hunden. Deshalb ist es uns ein besonderes Anliegen darüber zu berichten.

Ursächlich für das Auftreten der Follikel ist eine überschießende Reaktion des Immunsystems. Hierzu muss man wissen, dass junge Hunde sich mit allerlei Dingen auseinandersetzen (müssen), die das Immunsystem noch nicht kennt. Eine entscheidende Rolle spielt hierbei die „Schule des Immunsystems“, der Darm. Hier werden Bakterien „sortiert“, hier wird entschieden gegen welche Keime man sich wehrt und welche man akzeptiert, hier werden mehr als 80% der Immunzellen gebildet. Deshalb ist eine gesunde Ernährung wichtig (was das genau bedeutet, erklären wir Ihnen gerne während eines Termins). Das fehlgeleitete Immunsystem der Augen wehrt sich nun extrem gegen Dinge, die es besser in Ruhe lassen würde. Das können Bakterien, Viren, Pilzsporen, Pollen und andere Dinge sein. Dabei bildet es die charakteristischen Follikel, das sind kleinste Bläschen auf der Schleimhaut des Auges (Konjunktiva) und auf dem dritten Augenlid (Nickhaut).

Die Schleimhäute nach der Laserbehandlung

Die Schleimhäute nach der Laserbehandlung

Auch in diesem Stadium hat das Auge, bzw. sein Immunsystem, noch die Chance zu lernen. Deshalb ist ein Einsatz von Cortison und Antibiotika nur im Extremfall sinnvoll, weil dadurch der Lerneffekt verpufft. Effektiver ist es, die Entzündung mit pflanzlichen Augentropfen zu behandeln. Dann hat das Auge auch dauerhaft etwas davon. In ganz schlimmen Fällen, muss das Auge lokal behandelt werden. Früher wurden die Follikel mit einem scharfen Löffel ausgekratzt und danach mit Silbernitrat verätzt. Die Erfolgsquote bei dieser Methode ist gering. Dank modernster Technik sind wir heute in der Lage mit meist einer Behandlung eine dauerhafte Genesung zu erreichen. Mit der Laserchirurgie steht uns die wohl beste Möglichkeit weltweit zur Verfügung. Dabei werden die Follikel mit dem Laser zerstört, es bildet sich ein Reaktionskomplex, auf den zerstörten Follikeln bleiben Antigenstrukturen bestehen, die das Immunsystem nun nutzen kann, um daraus zu lernen. Ähnlich wie bei einer Impfung, nur nicht so extrem, dass milliarden Antikörper gebildet werden, sondern dass das Immunsystem modifiziert wird.

Für uns ist der Unterschied zwischen Genesung und symptomatischer Verbesserung extrem wichtig. Genesen kann diese Krankheit nur, wenn das Immunsystem selbst in Ordnung ist. Mit Cortison erreicht man eine vorübergehende klinische Verbesserung aber keinen dauerhaften Erfolg.

Mehr

Impfen oder Testen?

Moderne Impfstrategien für Hund und Katze

Genährt von vielerlei vermischten Informationen aus dem Internet fragen sich Besitzer von Hund und Katze, ob eine regelmäßige Impfung Sinn macht. Auf der einen Seite möchte man seinen Liebling nicht überimpfen, also unnötige Impfungen ersparen. Auf der anderen Seite strebt man einen möglichst sicheren Impfschutz an, schließlich sind es tödliche Krankheiten gegen die man impft.

Aus medizinischer Sicht stellt sich schließlich die Frage: hat mein Patient genügend Antikörper, dass ich ihm die jetzige Impfung ersparen kann?

Bisher waren wir diesbezüglich auf die Angaben der Impfstoffhersteller angewiesen und mussten uns an das vorgesehene Impfschema halten. Schließlich ist es eine Frage der Verantwortung, wenn man ein Tier nicht impft, und es hat am Ende nicht genügend Schutz. Und erkrankt im schlimmsten Fall. Deshalb haben bisher die meisten Tierbesitzer verantwortungsbewusst gehandelt und ihre Tiere impfen lassen, obwohl es eventuell nicht nötig war. Aber Sicherheit geht vor.

Neuerdings gibt es für die Krankheiten Staupe, Hepatitis und Parvovirose beim Hund (Calici-, Herpes- und Parvoviren bei der Katze) einen Antikörpertest, der ein Ergebnis liefert, ob ein genügend sicherer Impfschutz vorliegt. So stellt man fest, ob eine Impfung notwendig ist oder nicht.

Leider gibt es diesen Test nicht für die Impfungen gegen Leptospirose, Parainfluenza (Hund) und Tollwut (Leukose und FIP bei der Katze). Die ersten beiden Krankheiten müssen nach wie vor einmal jährlich, die Tollwut alle 3 Jahre geimpft werden. Bei der Tollwut spielen ja auch rechtliche Bedingungen wie Reiseverkehr und Versicherungsschutz eine Rolle.

Der Test kann in der Praxis vorgenommen werden, es müssen also keine Proben eingeschickt werden. Allerdings ist das Prozedere sehr arbeitsaufwendig. Die Untersuchung eines Patienten dauert ca. 40 Minuten. Dafür kann man aber bis zu 12 Proben (also 12 Patienten) in einem Arbeitsgang erledigen. Das dafür benötigte Serum (Blutprobe) darf nicht älter als drei Tage sein.

Was bedeutet das für die Praxis?

Es bleibt weiterhin bei einer jährlichen Impfung für Freigängerkatzen (Leukose und FIP) und Hunde (Parainfluenza und Leptospirose). Für die Krankheiten, die alle 3 Jahre geimpft werden (bei Freigängerkatzen alle 2 Jahre) gibt es die Tests. Man kann als Besitzer also sicher gehen, indem man bei Hunden und Wohnungskatzen nach 3 Jahren (bei Freigängerkatzen nach 2 Jahren) einen Test machen lässt. Man erhält dann für jede einzelne Krankheit eine Aussage, ob ein ausreichender Impfschutz vorliegt.

Bei der Katze ist es so, dass sobald ein Impfschutz für eine Krankheit erloschen ist, man alle drei Krankheiten wieder auffrischen muss. Beim Hund kann man Staupe alleine oder in Kombination mit Parvo als Einzelimpfung impfen. Sollte ein geeigneter Impfschutz gegen Hepatitis nicht mehr vorhanden sein, müssen alle drei Krankheiten nachgeimpft werden.

Der Test kostet inkl. Blutentnahme 81,75 Euro und erfolgt nach vorheriger terminlicher Absprache, da wir bemüht sind, mehrere Probanden in einem Durchgang zu testen. Der nächste Test findet am Donnerstag, den 8. Februar, statt. Die Blutentnahme kann von Montag (5.2.) bis Donnerstagvormittag (Terminabsprache) erfolgen.

Mehr

Interne Fortbildung

Unsere Mitarbeiter mit Frau Selinger

Am Dienstag, den 18. Juli 2017, durften wir uns über den Besuch von Frau Selinger (Fa. Heel) freuen. Neben Pizza und frischen Getränken für alle Mitarbeiter brachte Sie uns Informationen über die Behandlung von Traumata und chronischen Gelenkproblemen mit. Aufmerksam lauschten alle Mitarbeiter ihren Worten über die einzelnen Wirkmechanismen vor allem der Komplexpräparate aus dem Hause Heel. Vermutlich kennen viele Menschen die Hauptprodukte Traumeel und Zeel, die aber mit etlichen anderen Medikamenten je nach Befund und Diagnose kombiniert werden können. Viele Informationen konnten so vertieft werden und so mancher neue Therapiansatz wurde entdeckt.

Wir bedanken uns bei Frau Selinger und der Firma Heel für diesen interessanten Abend. In unserem ganzheitlichen Ansatz haben die Heel-Produkte weiterhin einen festen Platz.

Mehr

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen