Hinweise zur Geburt bei Hund und Katze

Auch wenn man sagt „wie Hund und Katze“, um damit auf große Unterschiede aufmerksam zu machen, läuft die Geburt bei diesen beiden Spezies sehr gleich ab. Beide tragen knapp über 60 Tage. Während Katzen meist vier bis sechs Welpen gebähren, kommen manche Hunderassen auf bis zu zwölf Welpen.

Voruntersuchungen

Für die Planung und die Vorbereitungen zu einer Geburt, ist es sehr wichtig, den Deckzeitpunkt zu kennen. Je genauer desto besser. Ab dem 21. Tag danach ist der Nachweis einer Trächtigkeit möglich. Allerdings ist dies manchmal sehr ungenau, das die kleinen Bläschen übersehen werden können. Ab dem 28. Tag ist der Nachweis per Ultraschall sicher. Meist lässt sich hier auch grob abschätzen wie viele es sind. Eine genau Angabe ist allerdings nicht möglich. Allerdings ist es oft von Vorteil zu wissen, wie viele Welpen zu erwarten sind. Ein Röntgenbild ca. eine Woche vor dem Geburtstermin gibt hier genauer Auskunft. Die Strahlendosis der neuartigen digitalen Röntgengeräte ist sehr gering und die Welpen weit genug entwickelt, es entsteht kein Schaden zu diesem Zeitpunkt.

Röntgen trächtige Katze – 5 Köpfe, 5 Wirbelsäulen, 5 Welpen

Vorbereitungen

Hier sind Hunde deutlich einfacher als Katzen. Die Samtpfoten entscheiden schon mal gerne selbst, was ein geeigneter Platz zum Kinder kriegen ist und wo die Aufzucht stattfinden soll. Hunde akzeptieren meist die zurecht gestellte Geburtsbox. Bewährt haben sich unterschiedliche Konstruktionen, die den häuslichen Gegebenheiten angepasst werden. Es muss genug Platz für Mutter und Welpen vorhanden sein, geeignetes Polstermaterial wie Decken und/oder Handtücher. Für Katzen reicht oft ein Umzugskarton, den man in ca. 20 cm Höhe abschneidet. Für Hunde werden meist Holzkontruktionen gefertigt. Das Ganze ein bis zwei Wochen vor der zu erwartenden Geburt aufbauen, damit sich die Mutter daran gewöhnen kann.

Wichtig ist das Zulegen eines Fieberthermometers. Am besten eins, das in kurzer Zeit (ca. 5 Sekunden) misst. Evtl. kann auch das Fiebermessen vorab schon mal trainiert werden, die Körpertemperatur ist ein wichtiger Indikator für Geburtsstörungen. Desweiteren bereit halten: Wärmelampe, Aufzuchtsmilch und geeignete Flasche.

Ankündigung der Geburt

Hier bewährt sich schon das Fiebermessen, weil man den genauen Geburtstermin meist nicht festlegen kann. Denn drei Tage vor der Geburt schwankt die Körpertemperatur auf zwischen 37,0 und 38,0°C (normal 38,5°C). Die Vulva schwillt in dieser Zeit an, das Gesäuge ebenso, manchmal kommt sogar schon etwas Milch und die Mutter wird unruhiger, beginnt meist schon mit Nestbau. Der Bauch wird zunehmend birnenförmig. In der Eröffnungsphase erscheint dünner, durchsichtiger Schleim. In dieser Phase kommt es schon zu leichter Wehentätigkeit, die aber meist unbemerkt bleibt. Dauer: 3-12 Stunden

Bitte informieren Sie uns, dass die Geburt bevorsteht. Wir können uns dann besser auf eventuelle Probleme vorbereiten und können Sie auch noch mal kurz beraten falls erforderlich.

Austreibungsphase

Inzwischen hat sich die Hündin hingelegt und man bemerkt kräftige Wehen. Bis der erst Welpe kommt, kann es aber noch bis zu zwei Stunden dauern. Der erste lässt sich oft am meisten Zeit. Man sieht zunächst die Fruchtblase. Sie wird meist von der Mutter geöffnet und der Welpe durch Belecken zum Atmen animiert. Die weiteren Welpen kommen in der Regel im Abstand von 30-120 Minuten, selten kann es auch mal 4 Stunden dauern. Die Nachgeburten kommen zwischen und nach den Welpen, einzeln oder mehrere zusammen.

Wenn man nachhelfen muss, öffnet man die Fruchtblase an der Kopfseite, befreit Nase und Maul vom Schleim und rubbelt den Welpen sanft mit einem Handtuch. Sollte der Welpe nicht selbständig atmen, kurz kaltes Wasser von hinten auf den Nacken fließen lassen. Eingeatmetes Fruchtwasser kann durch „Schwenken“ aus Nase und Rachen entfernt werden. Den Welpen dazu in ein rutschfestes Handtuch einwickeln und den Kopf des Welpen in Richtung Boden halten. Jetzt wie das Pendel einer Uhr den Welpen pendeln lassen. Ruckartige Bewegungen vermeiden, die Zentrifugalkraft treibt das Wasser aus.

Gefahrenzeichen

So lange keine Gefahrenzeichen auftreten, bitte Ruhe bewahren. Jeder unnötige Stress bringt den Fortgang der Geburt in Gefahr.

Temperatur

Der wohl wichtigste Parameter, deshalb auch während der Geburt weiter messen. Steigt die Temperatur über 37,6°C kann die bereits ein Hinweis für eine bevorstehende Problematik sein.

Vulva

Schwillt das Geschlechtsteil während der laufenden Geburt wieder ab, ist Gefahr im Verzug

Ausfluss

Tritt bei zu langen Pausen getrübter oder grünlicher Schleim aus der Vulva aus, deutet das auf ein Problem hin

Sollte eines dieser Probleme auftreten, setzen Sie sich bitte sofort telefonisch mit uns in Verbindung. Auch hier gilt – Ruhe bewahren – wir beraten sie zunächst telefonisch.

Die Welpen sind da

Normalerweise macht die Mutter alles alleine. Deshalb ist es meist am besten, Ruhe zu bewahren und sich möglichst rauszuhalten. Es hat sich bewährt, dass möglichst (nur) die Vertgrauensperson anwesend ist, auf keinen Fall die ganze Familie oder gar noch Gäste, weil die ja so was noch nie gesehen haben. Natürlich sollte der Geburtsvorgang kontrolliert werden. Deshalb ist vorheriges Üben von Fieber messen sehr sinnvoll. Überprüfen des Geburtsvorganges und evtl. leichtes helfen bei der Austreibung. Bitte nur vorsichtig und während einer Wehe am Welpen zeihen, am besten mit einem Handtuch so viel wie möglich vom Welpen packen und unter leichtem Wackeln links und rechts schräg nach unten ziehen.

Nach der Geburt kümmert sich die Mutter um die Welpen, säugt sie (die Frühgeborenen schon während der Geburt) und hält sie warm. Unerfahrene Mütter brauchen auch hier Hilfe. Dann ersetzt man das Lecken der Mutter durch rubbeln mit dem Handtuch und die Wärme durch eine Wärmelampe (nicht zu lange, Welpen können austrocknen). Gibt die Mutter zu wenig Milch und/oder es sind zu viele Welpen kommt die oben erwöhnte Aufzuchtsmilch zum Einsatz. Auf den erhältlichen Präparaten stehen meist gut verständliche Anleitungen.

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Giardien

verfasst von Mitarbeiterin Sandra Schneider

Hat der Hund immer wiederkehrende, übelriechende Durchfälle, teilweise mit Blut und/oder Schleimhaut, könnte er mit Giardien infiziert sein.
Giardien sind kleine einzellige Parasiten, die sich an die Darmschleimhaut anheften.
Weitere Symptome können Lustlosigkeit und Appetitlosigkeit sein.

Allem voran – keine Panik bekommen!
Auch hier in Deutschland sind wohl etwa 10 % der Erwachsenen und 25 % der Kleinkinder betroffen, ohne jedoch symptomatisch Probleme zu zeigen!
Grundsätzlich sind laut Untersuchungen 15 bis 20 % der Hunde von Giardien befallen – OHNE Symptome zu zeigen!

Häufig betroffen sind hier Welpen, Junghunde mit ihrem noch unausgereiften Immunsystem oder erwachsene Hunde, die unter Stress leiden.

Nachweisen lassen die Parasiten sich über einen Schnelltest in der Tierarztpraxis, bei dem man Kot mitbringen muss, am besten 2 bis 3 verschiedene Proben.

Behandlung

Behandeln kann man Giardien mit Fenbendazol oder Metronidazol. Nach ein bis zwei Wochen sollte nochmal nachgetestet werden, denn sie können recht hartnäckig sein, so dass es zu einer zweiten Behandlung kommen kann.
Auch Reinfektionen sind möglich.

Hygienemaßnahmen in der Wohnung

  • Reinigen der Böden mit mindestens 60 Grad (z.B. Dampfstrahler)
  • tägliches Abspülen der Wasser- und Futternäpfe mit heißem Wasser, Katzentoiletten ebenfalls
  • geeignete Desinfektionsmittel verwenden
  • Decken und Kissen heiß waschen

Wichtig!

Bitte den Kot sorgfältig aufsammeln und nicht einfach liegen lassen, um andere Tiere vor eventueller Ansteckung zu schützen!

Kontakt zu anderen Hunden erstmal unterlassen und vor allem bitte auf Hundeschulbesuche, Ausstellungen etc. verzichten!

Grundsätzlich gelten Giardien als Zoonose – sprich, eine Ansteckung auf den Menschen ist möglich.
Wie oben bereits geschrieben, haben aber auch hierzulande ein gewisser Anteil sowieso Giardien, ohne Probleme zu zeigen.
In der Zeit, in der der Hund noch Zysten ausscheidet, am besten einfach nicht im selben Bett schlafen lassen und Hände nach Kontakt gut reinigen.

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Maßnahmen zur Beruhigung

Jedes Jahr nach der besinnlichen Zeit braucht der Mensch offenbar ein Ventil für seine angestaute Energie und will das neue Jahr mit tosendem Feuerwerk und Böllern begrüßen. Was für viele von uns ein Heidenspaß ist, ist für alle Tiere ein Martyrium. Die Sinne unserer Haustiere (und auch der Wildtiere) sind darauf ausgelegt, drohende Gefahren abzuschätzen. Ein aufziehendes Gewitter oder ein Erdbeben ist in der freien Natur letztendlich eine lebensbedrohende Gefahr. Deshalb reagieren oft auch unsere Haustiere „hysterisch“ auf die Knallerei rund um den Jahreswechsel.
Ich muss gestehen, dass meine Tiere nicht sehr empfindlich sind. Ob das an der Handhabung liegt oder ob ich einfach Glück mit den Charakteren habe, kann ich nicht beurteilen. Aber ich kenne auch viele Fälle, denen selbst mit Konditionierung und Verhaltenstherapie nicht mehr geholfen werden kann. Für diese Maßnahmen empfehle ich aber stets, einen erfahrenen Tiertrainer zu Rate zu ziehen, weil sie sehr individualisiert durchgeführt werden müssen.

Viele Menschen wollen ihre Haustiere über die Jahre medikamentell beruhigen. Hier gibt es etliche verschiedene Wege, die in der Tat auch individuell angepasst werden müssen. Man kann eine Beruhigung homöopathisch, pflanzlich, über verschiedene Futterzusatzmittel, in Form von Mykotherapie und letztendlich mit sogenannten Tranquilizern erreichen.

Der Einsatz von Tranquilizern (Azepromazin, Valium) sollte meines Erachtens nur in absoluten Ausnahmefällen und streng nach Einzelfallbeurteilung erfolgen. Die Patienten werden äußerlich beruhigt, nehmen aber die Bedrohung war. Allerdings sind sie derart träge, dass sie vor der Gefahr nicht fliehen können. Ich möchte das mal so vergleichen: ein Dieb bedroht sie mit der Pistole. Was würde Ihnen besser gefallen: 3 Promille oder klare Sinne? Allerdings gibt es auch Einzelfälle, in denen der Einsatz der Tranquilizer unabdingbar ist. Dies erfordert aber mindestens eine Untersuchung durch einen Tierarzt. Diese Medikamente sind verschreibungspflichtig. Ein immer beliebteteres Vorgehen ist der Einsatz von Eierlikör. Auch hier empfehle ich die Absprache mit dem Tierarzt.

Homöopathisch habe ich die besten Erfahrungen mit dem Präparat Avena/Phosphor von Plantavet gemacht. Es ist in Ampullenform erhältlich. Die Beruhigung über Futterzusatzstoffe funktioniert per Supplementierung verschiedener Stoffe zur Stabilisierung des Nervenpotentials, teilweise kombiniert mit pflanzlichen Wirkstoffen wie Baldrian und Johanniskraut. Dies kann über kurzkettige Fette, Aminosäuren und/oder Vitamine erreicht werden. Der Einsatz von Pheromonen (Geruchshormone, die von der Mutter bei der Säugephase abgegeben werden) soll bewirken, dass sich der Patient in seine „unbeschwerte Kindheit“ zurückversetzt fühlt.

Wichtig dabei ist, dass der Einsatz all dieser Mittelchen ein paar Tage vor dem Höhepunkt angefangen und ein paar Tage ins neue Jahr fortgesetzt wird. Die Wirkung kumuliert, das heißt, die volle Wirkung ist erst nach ein paar Tagen erreicht. Am besten werden auch diese Mittel ausgeschlichen, also in ihrer Dosis nach und nach verringert.

Generell gilt in der heißen Phase: Ruhe bewahren! Rolläden runter, Fesnter abdunkeln, Musik oder Fernseher laufen lassen oder eben genau die Dinge tun, mit denen sich der Vierbeiner ablenken lässt. Auch wenn es schwer fällt, sind die Dinge, die wir selbst als beruhigend wahrnehmen, für unsere Tiere meist verwirrender. Auch ein Bemitleiden wird meist als „Ja, es ist alles schrecklich, Aufregen ist schon richtig!“ verstanden.

Bitte denkt auch daran, dass gerade ängstliche Hunde in dieser Zeit zu Panik tendieren. Kontrollieren Sie den Sitz des Halsbandes/Geschirrs und lassen Sie ihren Liebling nicht von der Leine.

Wir wünschen Ihnen und ihren Tieren ein ruhiges Fest und gutes Gelingen für den Jahreswechsel. Bei Fragen beraten wir sie gerne vor Ort in unserer Praxis.

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Richtige Ernährung bei Harnwegserkrankungen für Nager

Harnwegserkrankungen (Harngries, Blasensteine, Blasenentzündungen) stellen ein häufiges Problem bei Kaninchen und Meerschweinchen dar und gehören neben Zahnerkrankungen und Verdauungsproblemen zu den häufigsten Erkrankungen dieser Arten.

Ein besonderer Kalziumstoffwechsel der bei diesen Tieren vorliegt, führt bei nicht artgerechter Ernährung und Haltung zu besagten Problemen.

Meist ist es ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren, die dann schlussendlich zur Erkrankung führen, wie z.B:

  • Alter (v.a bei „Senioren“)
  • Erbliche Veranlagung (wobei es bei artgerechter Ernährung und Haltung selten zur Erkrankung kommt, selbst bei starker Prädisposition)
  • Wassermangel
  • Einseitige Ernährung
  • Entzündungen im Körper (u.a auch Harnwegsentzündungen und Infektionen)
  • Nierenerkrankungen
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel

In diesem Zusammenhang wird auch oft vom „Fat Lazy Rabbit Syndrome“ gesprochen, da zu den auslösenden Faktoren vor allem kalziumreiche, einseitige Ernährung, Wassermangel und Bewegungsmangel (dadurch auch Fettsucht) gehören.

Das heißt, bei großen Mengen an Kalzium (in der Trockenmasse), wird das Kalzium aus dem Darm absorbiert und die ungenutzten Teile über die Niere und Blase wieder ausgeschieden.

Wenn jedoch nicht genügend Flüssigkeit aufgenommen wird, kann das Kalzium somit nicht aus der Blase „ausgeschwemmt“ werden und kristallisiert aufgrund des basischen pH’s (8-9) der Pflanzenfresser aus.

Es wird zwischen Blasengries (Kristalle in der Blase und Urin) und Harnsteinen (je nach Lage: Nieren-, Harnleiter-, Harnblasen-, Harnröhrensteinen) unterschieden.

Zu Beginn bilden sich kleine Kristalle in der Blase, die sich schließlich zu Blasensteinen zusammenlagern. Die kleinen Kristalle können leicht an der Wand der Blase oder der Harnröhre reiben und dadurch schwere Entzündungen verursachen.

Im schlimmsten Fall verstopfen die Kristalle/Steine die Harnröhre komplett und es kann kein Urin mehr abgesetzt werden. Durch den daraus resultierenden Harnrückstau in die Niere, kann es zu einem Nierenversagen kommen.

Männliche Tiere erkranken häufiger als weibliche Tiere (bedingt durch ihre anatomische Besonderheit), wobei zu bemerken ist, dass männliche Tiere eher an Harngriesproblemen erkranken und es bei weiblichen Tieren eher zur Ausbildung von Harnsteinen kommt.

Symptome:

Die Symptome für Harngries/Blasensteine gleichen denen einer Blasenentzündung.

  • Tiere setzen häufig kleine Mengen, teils blutigen Urin ab, oftmals mit sandigen Ablagerungen.
  • Die Afterregion ist oft urinverschmiert. Der permanente Kontakt mit dem Urin kann zu sekundären Hautreizungen führen
  • Es kommt zu Schmerzen, vor allem beim Urinlassen (gekrümmter Rücken, zusammengekauerte Haltung, gesträubtes Fell, halb geschlossene Augen
  • Apathie und verminderte Futteraufnahme können ebenfalls beobachtet werden

Wenn Sie die beschriebenen Symptome bei Ihrem Liebling entdecken, sollten Sie umgehen die Tierarztpraxis Ihres Vertrauens kontaktieren. Dort kann dann mit Hilfe von Röntgen und Ultraschall schnell zwischen Blasenentzündung oder einer Harngries-/Blasensteinproblematik unterschieden werden. Eine Urinuntersuchung ist ebenfalls sinnvoll.

Werden durch die spezielle Untersuchungen Steine in der Blase diagnostiziert, so ist in den meisten Fälle eine operative Entfernung unumgänglich.

Handelt es sich um Harngries, kann mit Infusionen und unterstützenden Medikamenten versucht werden, den Blasenschlamm auszuspülen.

In beiden Fällen sind als weitere Vorsorgemaßnahme unbedingt eine artgerechte (kalziumarme) Ernährung und eine ausreichende Trinkmenge zu gewährleisten.

Blasensteine bei einem Kaninchen

Harngries bei einem Kaninchen

Blasensteine bei einem Meerschweinchen

Ernährung:

Der folgende Ernährungsplan soll Ihnen dabei helfen.

Das Wichtigste ist die Wasserzufuhr, denn je mehr Wasser aufgenommen wird, umso mehr Kalzium kann aus der Blase ausgeschwemmt werden, was verhindert, dass das Kalzium in der Blase auskristallisiert.

Eine erhöhte Wasserzufuhr kann erreicht werden, in dem man (zusätzlich zum normalen Trinkwasser!) z.B verdünnten Karottensaft, Gemüsesaft oder Obstsaft reicht. Des Weiteren kann Kräuterteee angeboten werden (z.B Blasen-Nieren-Tee, Salbeitee, Kamillentee).

Kräuter als Unterstützung für den Harnapparat (am besten frisch) enthalten generell viel Kalzium, wobei der hohe Anteil an Flüssigkeit den Urin wieder verdünnt und damit das Kalzium wieder besser ausgeschieden wird.

Wichtig dabei ist nicht unbedingt der generelle Kalziumgehalt in den Lebensmitteln, sondern das Kalzium-Phosphor-Verhältnis, welches in den Kräutern aber optimal und ausgeglichen ist.

Zu den unterstützenden Kräutern gehören:

  • Brennnessel (1 Stunden anwelken lassen, dann so reichen oder getrocknet als Tee)
  • Birkenblätter und Birkenrinde (getrocknet als Tee oder frisch)
  • Ackerschachtelhalm
  • Spargel (harntreibend)
  • Echtes Goldrutenkraut/Riesengoldrutenkraut
  • Goldrute
  • Löwenzahn (Pflanze und Wurzel als Tee; enthält zwar viel Kalzium, wirkt sich aber sehr positiv auf Blasenentzündungen aus und durch den hohen Flüssigkeitsanteil, wird das überschüssige Kalzium verdünnt und ausgeschieden)
  • Petersilienwurzel
  • Liebstöckl

Gemüse und Grünfutter soll und darf frisch und in normalen Mengen gefüttert werden, da diese auch wieder einen hohen Flüssigkeitsanteil haben.

Als Hauptfutter (2/3 der Gesamttagesmenge) kann gereicht werden:

  • Gräser, Wiesenkräuter (Spitz und Breitwegerich, Brennnessel, Wiesenbärenklau, Löwenzahn)
  • Zweige mit Blättern, Blüten, Knospen (Obstbaum, Nussbaum)
  • Zweige (Birke, Haselnuss, Weide)

Als „Ersatz“hauptfutter:

  • Bittersalate (Endivie, Chicoree, Radiccio)
  • Stangensellerie, Feldsalat, Romanasalat, Karottengrün

Als Ergänzungsfuttermittel (1/3 der Gesamttagesmenge):

  • Wurzel- und Knollengemüse (Karotte, Sellerie, Pastinake, Petersilienwurzel, Topinambur, Kohlrabi, Fenchel, Brokkoli, Blumenkohl)
  • Andere Salate (Kopfsalat, Eisbergsalat, Lollo Rosso, Eichblatt, Zuckerhut)
  • Gurke, Tomate, Zucchini
  • Küchenkräuter (Basilikum, Dill, Liebstöckel, Melisse, Oregano)
  • Kräuterarmes Heu (keine Luzerne!, da diese sehr kalziumreich)

1-2 mal wöchentliche Gabe:

  • Obst (Apfel, Birne, Banane)
  • Rote Beete, Rhabarber, Spinat, Mangold (nur in geringen Mengen und selten, da viel Oxalsäure enthält)

Ungeeignet sind:

  • Trockenfutter (Pellets, Ringe, Mais…)
  • Hartes Brot
  • Knabberstangen
  • Gekaufte Leckerlis (Grünrollis, Drops)
  • Trockengemüse
  • Getrocknete Kräuter (lieber frisch)
  • Nagersteine
  • Sesam
  • Erbsenflocken (nur in geringen Mengen als Leckerli)
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Kaninchenimpfungen

Impf – Konzepte für Kaninchen

Auch hier gilt die alte Weisheit: so wenig wie möglich aber so viel wie nötig. Bei den Kaninchenkrankheiten gegen die geimpft werden kann sollte immer der Infektionsdruck und die Gefährlichkeit der Krankheit abgewogen werden. Ebenso sollte man berücksichtigen, dass gerade bei Kaninchen Allergien und Autoimmunerkrankungen, also auch Vakkzinosen, auf dem Vormarsch sind.

KaninchenparadiesDeshalb sind beim Impfen von Kaninchen folgende Gesichtspunkte zu berücksichtigen:

1. nur ganz gesunde Tiere dürfen geimpft werden
2. mit einer gesunden Darmflora und damit einem besseren Immunsystem wird die Impfung besser vertragen
3. Freiheit von Parasiten erhöhen die Impfsicherheit, also am besten 1 Woche vor der Impfung Kot untersuchen lassen und ggf. noch entwurmen
4. Impfstoffe (möglichst) immer vom gleichen Hersteller verwenden

Myxomatose

Myxomatose

Myxomatose
Die bekannteste aller Kaninchenkrankheiten (hier erfahren Sie mehr über die Krankheit). Ein Virus, das eine Infektion der Schleimhäute im oberen Atemtrakt und an den Geschlechtsorganen macht. Es ist keine Behandlung bekannt, weder klassisch noch alternativ, die den Tod eines erkrankten Kaninchens verhindern kann. Myxomatose kann allerdings auch „harmlos“ verlaufen, dann haben die erkrankten Tiere lediglich leichte Ödeme in der Unterhaut und evtl. kleine Abszesse. Diese Tiere sind das sogenannte Reservoir und sorgen dafür, dass es immer wieder Fälle von Myxomatose gibt. Übertragen wird die Krankheit durch Stechmücken, also können auch Kaninchen, die nur im Haus leben, betroffen werden. Deswegen sollten alle Kaninchen gegen Myxomatose geimpft werden.

Ein für RHD typisches Röntgenbild

Ein für RHD typisches Röntgenbild

RHD – Chinaseuche
Ausgesprochen Rabbit haemorrhagic Disease oder Chinaseuche weil die Krankheit dort zum ersten Mal beschrieben wurde. Auch ein Virus, dass sich seuchenhaft ausbreitet und hauptsächlich die Schleimhäute der Atemwege aber auch des Magendarmtraktes befällt. Äußerlich sieht man den Patienten kaum etwas an. Meist sterben die erkrankten Tiere schnell und unerwartet. Übertragen wird der Erreger meist über Kaninchenkot, aber auch eine Übertragung durch Stechmücken ist wahrscheinlich.
Inzwischen führt auch der neue Stamm RHD2 zu Infektionen in unseren Breitengraden. Dieser zeichnet sich durch einen sehr akuten Verlauf aus. Meist sterben die Patienten innerhalb weniger Stunden nach Erkennen der ersten Problematik.

Kaninchenschnupfen
Beteiligt an dieser Krankheit sind, ähnlich wie bei Hund und Katze, mehrere Erreger. Ein besonders aggressiver Erreger sind Bakterien der Spezies Pasteurella. Sie sind nur direkt durch Kontakt der Kaninchen untereinander übertragbar. Dafür wird ein Kaninchen, das Kontakt mit einem Schnupfenkaninchen hat, mit fast 100%iger Sicherheit angesteckt. Empfehlenswert ist diese Impfung also für jene Tiere, die Kontakt haben, bzw. haben könnten, mit Kaninchen, die an Schnupfen leiden. Das sind meist Tiere, die in größeren Verbänden gehalten werden oder wenn bei einem Zukauf ein infiziertes Tier eine Rolle spielt.
Auch hier wird 3-4 Wochen nach der Grundimmunisierung geboostert und dann alle 6 Monate wiederholt. Die Impfung gegen Kaninchenschnupfen muss getrennt von den anderen beiden Krankheiten vorgenommen werden.

Impfkonzepte

Myxomatose

Bei der Impfung mit dem regulären (sichereren) Impfstoff muss eine Boosterung nach 3-4 Wochen erfolgen. Dann wird alle 4 (-6) Monate geimpft. Ein Ganzjahresimpfstoff ist verfügbar, hat sich aber in der Phase der Endemie nicht bewährt.
Myxomatose kann mit der Impfung gegen RHD kombiniert werden, aber nicht mit der Impfung gegen Kaninchenschnupfen. Untersuchungen haben ergeben, dass beide Impfungen, zusammen verabreicht, sich gegenseitig derart schwächen, dass der Patient mitunter weder gegen Myxomatose noch gegen Kaninchenschnupfen geschützt ist.

RHD

Der sogenannte Ganzjahresimpfstoff (Nobivac Myxo und RHD) enthält inzwischen auch einen Schutz gegen den neuen RHD Stamm. Je nach Vorimpfung ist bei der Umstellung eine zusätzliche Impfung mit einem anderen RHD2-Impfstoff notwendig. Alle Impfstoffe gegen RHD2 werden ein mal jährlich (ohne Boosterung) geimpft.

Kaninchenschnupfen

Beteiligt an dieser Krankheit sind, wie bei Hund und Katze, mehrere Erreger. Ein besonders aggressiver Erreger sind Bakterien der Spezies Pasteurella. Sie sind nur direkt durch Kontakt der Kaninchen untereinander Dafür wird ein Kaninchen, das Kontakt mit einem Schnupfenkaninchen hat, mit fast 100%iger Sicherheit angesteckt. Empfehlenswert ist diese Impfung also für jene Tiere, die Kontakt haben, bzw. haben könnten mit Kaninchen, die an Schnupfen leiden. Das sind meist Tiere, die in größeren Verbünden gehalten werden oder wenn bei einem Zukauf ein infiziertes Tier eine Rolle spielt.
Auch hier wird 3-4 Wochen nach der Grundimmunisierung geboostert und dann alle 6 Monate wiederholt. Die Impfung gegen Kaninchenschnupfen muss getrennt von den anderen beiden Krankheiten vorgenommen werden.

Impfstoffe (aktuelle Preise
Tierarztpraxis im Kölle-Zoo)
Normalpreis Preis in der Impfsprechstunde
RHD2-Impfung (Filavac) 53,08 Euro 53,08 Euro
RHD2 (Filavac) und Myxo 66,59 Euro 61,43 Euro
Myxomatose (Einzelimpfung) 30,68 Euro 25,52 Euro
Ganzjahresimpfung Myxomatose und RHD2 (Nobivac) 63,83  Euro 63,83  Euro
RHD2 (Filavac) + Myxomatose und RHD (Ganzjahresimpfstoff) – notwendig bei Umstellung 99,74  Euro 99,74  Euro
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Ernährung des Hundes

 

 

Viele Krankheiten des Hundes sind auf das Überangebot an Nahrung zurückzuführen. In der Natur frisst der Wolf oder der Wildhund ca. 1 x pro Woche. Das was er tagsüber sonst noch so findet sind Kleinigkeiten. So kann sich der Darm immer wieder selbst entschlacken, sprich die Bakterien regeln sich selbst, Darmkeime wie E.coli und Clostridien können sich nicht zu stark vermehren. Erst bei einem Überangebot, wie es bei heutiger Ernährung üblich ist, bilden sich mehr Rückstände im Darm, die Nährboden für ebendiese Bakterien sind. Damit ist es für unsere Hunde sehr wichtig, dass sie bei täglicher Ernährung möglichst hochverdauliche Futtermittel erhalten, die möglichst standardisiert sind. Die Konstanz der Darmflora des Fleischflessers ist genau davon abhängig. Jeden Tag dasselbe hört sich langweilig an, ist aber gesünder. Ein Fastentag ca. alle 2 Wochen ist absolut zu empfehlen. Aus diesen Gründen empfehlen wir prinzipiell die Ernährung von Hunden mit einem gut konzipierten Trockenfutter (z.B. die Supreme-Linie der Firma Happy dog „Neuseeland, „Toskana“ etc., ein Trockenfutter von Vet-Concept oder Trockenfutter von 5E – Das gesunde Tier).

Gesunde Ernährung mit Trockenfutter ist einfach erklärt: maximal die empfohlene Menge Trockenfutter in der Zeit zwischen acht bis siebzehn Uhr (ob man 1 x tgl. füttert oder mehrere Portionen am Tag ist nicht wichtig, der Hund darf das selbst entscheiden), nicht einweichen, Wasser separat, 10 kleine Leckerli tgl. (kleinfingernagelgroße Stückchen getrocknetes Fleisch z.B. Lammleckerli), abends eine Kaueinheit (getrocknete Kauartikel wie Ochsenziemer o.Ä.).

In Ausnahmefällen hat sich selbstgemachte biodynamische Ernährung bewährt, dabei gibt es allerdings aufgrund der Verdaulichkeit einige Regeln zu beachten und wichtige Zusätze hinzuzufügen.

  1. stabile Rezepturen – wie gesagt reagiert die Darmflora des Fleischflessers sehr sensibel auf Veränderungen, also sollte die Zusammensetzung des Futters immer gleich sein, am besten stellt man eine größere Menge der Mischung her und teilt sie dann auf.
  2. richtige Zusammensetzung – das Verhältnis von Eiweiß, Kohlenhydraten und Fetten ist sehr wichtig. Zu viel von dem einen, zu wenig von dem anderen fördert die Bildung von Rückständen im Darm und damit das Bakterienwachstum. Kohlenhydrat- und Proteingrundlage sollte 1:1 gemischt werden (Fette sind in beiden Komponenten genügend vorhanden)
  3. nicht zu viel – hier besteht ein Hauptproblem bei selbstgemachter Hundenahrung. Von Natur aus hat der Hund ein sehr spätes Sättigungsgefühl. Das liegt daran, dass der Wildhund/Wolf ca. 1 x pro Woche frisst, sich dann aber sattfrisst. Das heißt die meisten Hunde können mehr fressen als ihnen gut tut. Entscheidend beim Hund ist letztendlich das Volumen. Ein Hund von ca. 10 kg erhält tgl. ca. 1 gute Männerhand. Die Gewichtskontrolle verrät, ob die Dosierung nach oben oder unten angepasst werden muss.

Substanzen Darmaktivierungskur

Substanzen Darmaktivierungskur

Rezeptur

Kohlenhydratgrundlagen: weichgekochter Reis, Happy dog „leichte Flocke“, Vet-Concept Grain-Flakes, Vollkornreis, Hirse, Weizenkleie

Proteingrundlagen: tiefgefrorene Fleischmischung (wichtig ist die Mischung, sollte auch Magen enthalten, nicht reines Protein), Rinti-Dose, Vet-Concept Dose

Kohlenhydratgrundlage und Proteingrundlage 1:1 mischen, dann folgende Substanzen daruntermischen

Darm-Dyn: 1 Esslöffel pro 10 kg>
PK Kräuterhefe: 2-3 ml pro 10 kg
Lachsöl mit Hanf: 1 Pumpenstoß pro 10 kg

Fütterung: möglichst 1 x tgl., maximal 2 x tgl., nicht nach 18 Uhr

häufige Fehlerquellen

zu viel Protein: Protein ist eine Hauptnahrungsquelle für Darmkeime des Fleischfressers, wenn Protein nicht komplett verdaut wird führt dies zu Bakterienwachstum im Darm

Feuchtfutter/Trockenfutter einweichen: das Wasser umgibt die Proteine, die Magensäure möchte diese Proteine aber vorverdauen, denaturieren, wenn dies nicht vollständig passiert, wird entweder mehr Magensäure produziert als notwendig, es kommt zu Magenschleimhautreizungen, oder die Proteine kommen schlecht vorverdaut in den Darmtrakt, dort bilden sie dann wieder unnötige Rückstände und damit Nahrung für Faekalkeime. Wasser sollte trotzdem separat immer zur Verfügung stehen. Die meisten Hunde trinken nicht zeitgleich mit dem Fressen, aber manchmal braucht der Magen ein bischen Wasser. Der Hund kann das sehr gut selbst einschätzen.

Gemüse- oder Obstzusätze: der Fleischflesser hat kein Enzym, um Pflanzenkost zu verdauen, pflanzliche Zellen bestehen zu 90% aus Zellulose. Bei den Pflanzenfressern wird diese Zellulose von bestimmten Darmbakterien gespalten und so für den Körper nutzbar gemacht. Diese Bakterien sollten im Fleischfresserdarmtrakt allerdings nicht vorkommen.

Leckerli/vom Tisch: bedenken sie, dass jedes Leckerli von der Hauptnahrung abgezogen werden muss, aufgrund seines starken Proteingehalts ungefähr in doppelter Menge. Wir empfehlen möglichst kleine trockene Leckerli. Es gibt aus jedem Protein ca. kleinfingernagelgroße Stückchen getrocknetes Fleisch, davon 5-10 Stück pro Tag reichen als Belohnung, auch aus Erziehungsgründen, zu häufige Belohnung stumpft ab. Abends einen Kauknochen.

Machen Sie sich doch mal den Spaß und rechnen Sie die Futter- und Leckerlimenge ihres Hundes auf ihr Gewicht hoch. Ein 10kg Hund soll ca. 150g Trockenfutter täglich fressen. Das entspricht bei einem „normalen Menschen“ von ca. 70kg ca. 1 kg, wohlgemerkt Trockenfutter. Dann noch ein paar Leckerli, also ein daumenstück großes Stück Fleischwurst entspricht ca. 1 Tafel Schokolade. Dann wird das Überangebot, mit dem unser Freund täglich konfrontiert wird, sehr schnell klar.

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